Und die Hochzeit wurde wirklich gefeiert.
Auf der ganzen Hecke herrschte ein Jubel ohnegleichen, und die Maus war die froheste von ihnen allen; denn das Ganze war ja ihr Werk. Oder vielleicht waren die wilde Petersilie und der Geißfuß noch froher; denn sie sollten ja nun in ihren Wipfeln das Familienleben haben, nach dem sie sich so lange gesehnt hatten, und das sie im Range mit den richtigen Sträuchern gleichstellte. Und sogar die Zweige auf den alten Stümpfen wurden von der allgemeinen Freude angesteckt und vergaßen ihren Neid.
Die Hochzeit wurde sofort begangen, denn man hatte ja auf nichts zu warten. Die Petersilie und der Geißfuß ließen allerorten ihre weißen Blüten niederrieseln, um das Fest mitzufeiern. Die Maus schleppte ihre Jungen auf die Hecke hinauf, damit sie das glückliche Brautpaar sehen sollten, die Glockenblume läutete, der Mohn lachte, und die Winde schloß ihre Blumenkrone eine halbe Stunde früher als sonst, um die Neuvermählten nicht mit unzeitiger Neugier zu belästigen.
Die Braut fraß alle die Fliegen, die sie eingesponnen hatte, ohne dem Bräutigam etwas davon anzubieten. Aber das machte nichts aus, denn sein Glück saß ihm ganz oben im Halse, so daß er sowieso keinen Bissen hätte hinunterbekommen können. Er machte sich so klein wie nur möglich. Als sie ihm einmal mit einem von ihren Kämmen über den Rücken strich, schüttelte er sich, so daß die anderen glaubten, er müsse sterben. — — —
Am nächsten Morgen war die Maus schon in der Frühe auf den Beinen.
„Habt ihr noch nichts von den jungen Eheleuten gesehen?“ fragte sie.
„Nein,“ erwiderte die Petersilie.
„Sie schlafen,“ meinte der Geißfuß.
„Ach,“ sagte die Maus, „was für ein Glück, daß wir sie endlich verheiratet haben! Jetzt sollt ihr sehen, wie lieb und umgänglich sie werden wird. Der Wunder, die die Liebe ausrichtet, gibt es kein Ende. Und wenn Kinder kommen ...“
„Glaubst du, daß sie dann singen wird?“ fragte der Geißfuß.