„Ich komme, ich komme!“ antwortete der Frühling. „Aber ein wenig mußt du dich noch gedulden.“

Und weiter nahm er seinen Weg durch den Wald. Und bei jedem Schritt sprangen neue Anemonen auf. In dichten Büscheln standen sie zu Füßen der Buche und neigten ganz verschämt ihre runden Köpfchen zur Erde.

„Seht nur frei auf,“ sagte der Frühling, „und erfreut euch an unsres Herrgotts Sonne! Euer Leben ist nur kurz, drum müßt ihr es genießen, solange ihr es habt.“

Und die Anemonen taten das. Sie reckten sich und streckten sich und breiteten ihre weißen Blätter nach allen Seiten aus, um so viel Sonnenschein zu trinken wie möglich. Sie stießen mit den Köpfen aneinander und lachten darüber und waren sehr vergnügt.

„Jetzt kann ich mich nicht länger halten,“ sagte die Buche, und ihre Knospen sprangen auf.

Blatt für Blatt kroch aus seiner grünen Hülle und entfaltete sich und fächelte im Winde. Die ganze grüne Krone wölbte sich über der Erde wie ein mächtiges Dach.

„Ach, ist es schon Abend?“ fragten die Anemonen, denen es vorkam, als werde es ganz dunkel.

„Nein ... das ist der Tod,“ sagte der Frühling. „Nun ist es aus mit euch. Euch geht es nicht anders wie allem hier auf Erden, auch dem Besten. Alles muß keimen und blühen und sterben.“

„Sterben?“ riefen ein paar kleine Anemonen. „Müssen wir schon sterben?“

Und ein paar von den Großen bekamen ganz rote Köpfe vor Zorn und Trotz.