„O, wir wissen es wohl!“ sagten sie. „Die Buche tötet uns. Sie stiehlt allen Sonnenschein für ihre eigenen Blätter und gönnt uns keinen Strahl. Wie häßlich und schlecht ist sie!“
Ein paar Tage lang fuhren sie fort zu schelten und zu weinen. Dann kam der Junker Frühling zum letztenmal durch den Wald gegangen. Er hatte noch die Eichen und einige andere alte Käuze zu besuchen.
„Legt euch jetzt hübsch hin und schlaft in der Erde,“ sagte er zu den Anemonen. „Es nützt euch nichts, wenn ihr euch auflehnt. Im nächsten Jahr komme ich wieder und erwecke euch zu neuem Leben.“
Und einige von den Anemonen folgten seinem Rat. Aber andere fuhren fort, die Köpfe emporzurecken, und wuchsen weiter, bis sie ganz häßlich wurden und lange Stengel bekamen, so daß sie garstig anzusehen waren.
„Pfui, schämt euch!“ riefen sie den Buchenblättern zu. „Ihr tötet uns.“
Aber die Buche schüttelte ihre langen Zweige, daß die braunen Blattspelze auf die Erde herabrieselten.
„Wartet nur bis zum Herbst, ihr kleinen Dummriane,“ sagte sie und lachte. „Dann werdet ihr schon sehen.“
Die Anemonen verstanden nicht, was sie meinte. Aber als sie sich gestreckt hatten, soviel sie konnten, knickten sie ein und verwelkten.
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Der Sommer war vorbei, und der Bauer hatte sein Korn eingefahren.