Meere durchmessen wir,

Verdunkeln das Sonnenlicht,

Morden und ruhen nicht,

Bis wir ins Menschennest

Tragen die Pest!“

Es war der Schlachtgesang der Heuschrecken. Die Leute verstanden ihn nicht, denn es waren ja nur Menschen. Sie hörten nur das Sausen und Brausen der unzähligen Flügel und sahen die Wolke wachsen und wachsen.

„Da ist etwas von der Wolke herabgefallen,“ rief ein kleiner Knabe.

Er hielt eine Heuschrecke in der Hand; und alle liefen herzu, um zu sehen, was das sein könnte. Aber im selben Augenblick fielen immer mehr Heuschrecken aus der Wolke herab, und jetzt stürzte die ganze Wolke mit seltsamem Krachen und Tosen herab.

Die Leute faßten sich an die Köpfe und bürsteten die Tiere von sich ab. Frauen und Kinder schrien, und die Männer schlugen mit ihren Stöcken um sich. Sie traten auf die Heuschrecken, die unter ihren Füßen knirschten, aber immer mehr fielen hernieder — ein endloser Sturzregen, wie ihn noch niemand erlebt hatte.

Da liefen die Menschen durcheinander, fochten schreiend mit den Armen um sich und wußten nicht aus noch ein. Jeder lief nach Hause, fand es aber dort ebenso schlimm oder noch schlimmer. Die Heuschrecken fielen in die Brunnen, durch die Schornsteine und durch offene Fenster herein ... Es gab keinen Fleck, wo sie fehlten.