Er. Er ist weder sichtbar, noch zeigt er sich.
Ich. Und doch essen Sie ihn? und doch ist er in dem Augenblick ein körperliches Wesen? Erlauben Sie uns, zu fragen: wie sich dieß vereinbaren läßt, und woher Sie wissen, daß Sie etwas essen, das nicht sichtbarlich ist, und sich keinem Ihrer Sinne zeigt?
Er, mit einem feierlichen Anstande. Meine Herren! dieß sind heilige Geheimnisse unserer Religion, woran ein Mensch nicht zweifeln darf, wenn er nicht die Rache seines Gottes über sein Haupt laden will. Die Religion befiehlt, zu glauben — und dieß ist der zureichende Grund, gegen den die Vernunft sich zu empören nicht wagen darf.
Ich. Verrichten Sie dieß Opfer öfter im Jahre? und welche sind diese Feste?
Er. Jeder von uns an jedem Orte, so weit unsere heil. Religion reicht, verrichtet es gewöhnlich alle Tage einmal.
Ich, ganz erstaunt. Jeder alle Tage einmal! Ihr Gott muß also sein körperliches Wesen jeden Augenblick mehr als tausendmal vervielfältigen, um beständig Ihrem Gebote gehorsam, an mehr als tausend Orten, zu gleicher Zeit hernieder zu kommen? Wie ist dieß möglich?
Er. Dieß ist eben das große Wunder, das unbegreifliche Geheimniß unserer heil. Religion.
Ich. Man muß wenigstens gestehen, daß ihr Gott ausserordentlich gefällig und herablassend ist — Aber Sie sagten auch vorhin, daß er ehemals auf Ihrer Welt körperlich herum gewandelt sei. Hat ihn jemand unter Ihnen gekannt?
Er. Bewahre! Es sind seither schon mehr als fünfhundert Jahre[1] verflossen: so alt wird bei uns niemand.
Ich. Woher wissen Sie’s dann also?