Du reizender Kapo! Du verwöhnter Liebling der Familie!

Da Suzanne gerade im Salon ist bei ihren geliebten Blumen, nehme ich die Gelegenheit wahr, eine oft an mich gerichtete Frage zu beantworten, nämlich die, ob meine Kinder „Talente besitzen“. Gar keine! Sie sind, Gott sei Dank, so wie die Leute im allgemeinen. Anfangs glaubte man, daß Suzanne eine Künstlerin werden würde. Diese Meinung kam auf, nachdem sie dieses und ähnliche Bilder vollbracht hatte:

Seitdem haben alle die andern Kinder auch Figuren gezeichnet, und immer sollten sie Papa und Mama vorstellen.

Als ich klein war, zeichnete ich nur Offiziere und Birnen, das war wohl das, was mir am besten gefiel. Und mit diesem Fünkchen Talent habe ich es allmählich soweit gebracht, daß ich richtige Bilder male, die mir meine Freunde abkaufen.

Bitte, sei so gut und tritt näher in mein Atelier! Wenn ich jemand da hineinkomplimentiere, so geschieht das nur aus purer Höflichkeit und mit dem geheimen Wunsch, daß Betreffender irgend einen Grund finden möge, dieser Einladung nicht Folge zu leisten.

Denn es ist für beide Teile angenehmer, wenn ich bei der Atelierbesichtigung nicht zugegen bin, damit die Leute ungestört und nach Herzenslust darin kritisieren können. Sie dürfen meinetwegen herzlich gern „finden“, so viel und was sie wollen.

Es ist unmöglich, allen zu gefallen. Wer den Versuch macht, der gefällt keinem, schrieb mir mal der selige Professor Scholander. Also, Du wirst mir eben so lieb sein, auch wenn Dir meine Kunst kein Vergnügen bereitet, aber sei um alles in der Welt nicht bös, weil ich nicht ganz nach Deinem Geschmack malen kann; — so etwas war auch schon da. — Denn dann finde ich, daß Du ein wenig dumm und sehr ungerecht bist.