Diese schwedischen Bauernmaler aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts sind es, die mir, ich gestehe es offen ein, als Vorbild dienen. Denke zum Beispiel an die alten Gemälde, die man in den Bauernhöfen hier in Dalarna oder in Norrland findet. So ein tiefes, ernstes Gefühl, gepaart mit einem so drastischen, gesunden Humor. Und welch’ nationales Stilgefühl! Sie sind für mich ein weit kostbarerer Schatz, als es die Erzgrube von Gellivara jemals für jemanden werden kann.
So, jetzt machen wir kehrt. Du wunderst Dich über die hohe Säule an dem Sofa. Das ist mein Farbenschrank, richtig schlau eingerichtet, mit Fächern und Namen der Farben versehen; obendrauf sitzt ein Mann, nach meiner Zeichnung von Tischlermeister Bergström ausgesägt. Auf die Schiebetür habe ich mein Teuerstes (meine Karin) gemalt.
Seit einiger Zeit bin ich damit beschäftigt, mir einen richtigen, großen Kasten von Atelier zu bauen, mit Nordlicht und viel Platz, damit man sich ordentlich darin bewegen kann. Seitdem nun dieses seiner ursprünglichen Bestimmung entzogen ist, nennt man das neue nur noch das Atelier. Das, in dem wir uns jetzt befinden, hat nach und nach einen ganz anderen Charakter angenommen und ist der Arbeitssaal der Kinder geworden. Die Jungens hobeln und hämmern, und Suzanne webt darin.
Hier pflegen wir den Weihnachtsheiligabend zu feiern. Und dann ist hier echte Weihnachtsstimmung, mit den beiden Alten und all den Kindern und den netten Dienerinnen und dem braven Johann. Und hier sitze ich wie ein Patriarch und verteile alle „Julklapps“. Von allen für alle. Im Kamin knistert und knastert das lange Klafterholz, und mitten im Saal steht die schönste der Tannen, die wir am Morgen aus dem Walde geholt haben.
Du herrliches Weihnachtsfest hier oben im hohen Norden. Wie rein und heilig du bist!
Übrigens bei dieser kleinen Vignette will ich Dich einen Augenblick mit hinausnehmen auf den Hof. Da war, als wir hierher kamen, nicht viel Grünes zu sehen. Aber ich schaffte die Schlacken hier und da beiseite, kaufte gute Muttererde, womit ich die Gräben ausfüllte, und setzte Pflänzlinge von Birken, Linden, Kastanien, Weiden, Weißdorn, Berberitzen und anderen „dummen Ziersträuchern“, Erlen, Holunder, Faulbaum, Espen, ja sogar Eichen, Apfelbäume, Jasmin, Rosen, Stachel- und Johannisbeersträucher, eine kleine Fichte und eine kleine Kiefer. Diese kleine Zeichnung stellt die zuletzt genannte dar, wie sie im Winter aussieht, geschützt durch einige lange Klafterhölzer. Alle sind gut gediehen, nur diese eine nicht. Sie steht jetzt im achten Jahr und lebt ihr kleines, elendes Leben, aber sie ist mein liebstes Kind. Jeden Morgen besuche ich sie zuerst, um zu sehen, ob sie nicht über Nacht etwas gewachsen ist.
Anna und die Köchin sind zwei Potentaten, denen es schwer wird, sich unter einer Decke wohlzufühlen. Unter der Küchendecke nämlich.