Als ich einst einem guten Freund, Kamerad und ehemaligen Schüler die Bilder dieses Buches zeigte, sagte er: „Du hast das Rätsel des Lebens gelöst!“ Das verstand ich nicht sogleich, aber einige Jahre später schlug ich mir mit der Hand vor den Kopf und sagte: „Ja, das hab ich!“ Und zwar als ich mich verheiratete!
Wenn — o, möge es so werden! — die verheirateten Leute ein klein wenig Freude an diesem Buche haben, so soll es andererseits den Unverheirateten zum großen Nutzen dienen!
Junggeselle! Es gilt das Leben! Löse eine Fahrkarte nach Falun. Dort wirst Du von Johann und meinem kleinen wohlgenährten „Braune“ abgeholt. Nachher darfst Du ganz ungestört in meiner ländlichen Equipage sitzen und Dich der schönen Landschaft von Dalarna erfreuen, die Du durchfährst. Da die Fahrt wenigstens ein und eine viertel Stunde dauert, hast Du Zeit genug. Du darfst Dich mit Johann unterhalten und erfährst, daß Du „Sveden“ berührst, den Ort, wo Svedenborg geboren wurde, und wo Linné seine Hochzeit mit Sara Morea feierte. Dann fährst Du hinauf und herunter über ein paar langgestreckte Hügel, und wenn Du ein praktischer Mann bist, so wirst Du Dich über die gut gepflegten Wälder freuen oder darüber, wie gleichmäßig und schön der Hafer steht. Bist Du aber eine gefühlvolle Seele, so luge hinein zwischen die Baumstämme und erfrische Dein an Staub gewöhntes Auge, indem Du Dir den mit weichem Moos bewachsenen Waldboden ansiehst, auf dem die kleinen Elfen sich tummeln und tanzen zwischen dem Preißelbeerkraut und den Waldblumen. (Dies aber geschieht erst spät am Tage.)
Dann kommst Du (vorbei am Krokfors — dem Anwesen, auf dem die letzten drei Generationen der Vorfahren meiner Frau lebten —) zum Bach herunter, der Dir murmelnd zuruft: „Eile Dich doch, sie warten auf Dich mit dem Essen.“
Endlich poltert der Wagen über die Brücke in das Kirchdorf Sundborn.
Unter Euch braust der Fluß, der die Holzflöße nach Korsnäs und Runn herunterbringt.
Der Wagen holpert herein zwischen altem Gerümpel und dampfenden Düngerhaufen, über des Nachbars Hof durch die kleine grüne Gartenpforte, die Hühner, halb besinnungslos, aus ihrem Mittagsschlaf aufschreckend.
Johann hält vor der Veranda, wo Kapo, der Ordnung halber, etwas knurrt, aber Euch gleich den Rücken kehrt, um seinen Freund Braune zu begrüßen. Dann machst Du es genau so, wie alle andern Leute, anstatt uns zu umarmen, stehst Du und begaffst die Wandmalereien über dem Schrank, worin die Feuerspritze verborgen ist, und mit mildem Gesichtsausdruck liest Du den lieblichen Vers über der Haustüre:
„Sei willkommen, Lieber Du,
Bei Carl Larsson und seiner Fru!“