325.
Erste allgemeine Kirchenversammlung (ökumenisches Konzil), unter Vorsitz des Kaisers zu Nicaea in Bithynien. Der Arianismus, d. h. die Lehre des Arius, ehemaligen Presbyters in Alexandria, von der Gott dem Vater nur ähnlichen Natur Christi wird verworfen; die Lehre des Athanasius (späteren Bischofs von Alexandria) von der Gott dem Vater gleichen Natur Christi wird durch das Symbŏlum Nicaenum zum Dogma der Kirche erhoben.
330.
Konstantin erwählt Byzantium unter dem Namen Constantinopolis zur Hauptstadt. Die Reichsverwaltung wird auf den von Diocletian geschaffenen Grundlagen abschließend geordnet; Einteilung in 4 Präfekturen (Oriens, Illyricum, Italia, Galliae), mit 14 Diöcesen und 117 Provinzen. Strenge Rangordnung der Beamten, 7 Minister bekleiden die obersten Hofämter, Staatsrat (consistorium principis), Trennung der Zivil- und Militärgewalt. Neue Abgabenordnung. Abschaffung der Prätorianer. Verminderung der Truppenzahl der Legionen, dafür Erhöhung der Anzahl der Legionen auf 175. Den Oberbefehl führen 2 Kronfeldherren (magistri militum), 5 magistri der Reiterei und des Fußvolkes, unter ihnen stehen die Comites und Duces (Grafen und Herzoge).
Konstantin empfängt kurz vor seinem Tode die Taufe und teilt die Verwaltung des Reiches unter seine drei Söhne als Augusti und zwei Neffen als Cäsaren. Nachdem er in Nikomedia gestorben ist, werden die beiden Cäsaren getötet. Die drei Augusti geraten bald in Streit: Constantinus II. wird 340 bei Aquileia erschlagen, als er gegen Constans, der in Italien herrscht, zu Felde zieht. Constantius II. schützt den Osten gegen die Perser, vereinigt nach Constans’ Tode 350 das ganze Reich. Sein Vetter Julianus besiegt als Statthalter Galliens 357 die Alamannen bei Argentoratum (Straßburg) und bekämpft erfolgreich die Franken; die Soldaten rufen ihn 361 zum Kaiser aus. Constantius stirbt auf dem Zuge gegen ihn.
361–363.
Iulianus, genannt Apostăta, weil er als Anhänger der heidnischen Philosophie (Schule der Cyniker) das Christentum verläßt und eine Wiederherstellung des heidnischen Götterdienstes in gereinigter Form versucht. Er muß bald einen Krieg gegen die Perser beginnen, besiegt sie bei Ktesiphon, stirbt aber auf dem Rückzuge an einer Wunde. Die Soldaten erheben zum Kaiser den Christen Iovianus, der mit den Persern Frieden schließt, aber schon 364 stirbt.
364–375.
Valentinianus, in Nicaea erwählt, ebenfalls Christ, teilt abermals das Reich, ernennt seinen Bruder Valens, einen Arianer, zum Mitregenten für den Osten; beide um gute Verwaltung des Reiches bemüht. Herabsetzung der Steuern. Edikt gegen die Schenkungen an den Klerus und die Kirche. Religiöse Duldung auch gegen die Heiden geübt. Die Regierung des Westens übernimmt 375 Valentinians Sohn Gratianus, schon vorher Mitregent.
375.