Größere Kriege führen zur Ausbildung des Königtums, welches während der Völkerwanderung bei den meisten germanischen Völkern durchdringt. Grenzkriege mit den Römern am Rhein und an der Donau; germanische Heerscharen oft in römischem Solde. Die Goten, welche um 180 von der Weichsel nach der unteren Donau vordringen, sind bis 270 gefährliche Feinde des römischen Reiches; dann meist friedliches Verhältnis. Eine Schar christlicher (arianischer) Westgoten unter dem Bischof Ulfila wird 348 in Mösien angesiedelt; Ulfilas Bibelübersetzung das erste Schriftwerk in gotischer Sprache; er stirbt 381 in Konstantinopel.
375.
Anfang der Völkerwanderung.
Die Hunnen, ein mongolisches, nomadisches Reitervolk, unterwerfen, nachdem sie etwa 372 die Wolga überschritten und die nichtgermanischen Alanen besiegt haben, das Ostgotenreich (am Dnjepr, König Ermanarich aus dem Geschlechte der Amăler) und stürzen sich dann auf die Westgoten. Der heidnische Teil der Westgoten unter Athanarich zieht sich nach Siebenbürgen und in die Karpathen zurück, der christliche unter Fritigern und Alaviv erhält von Kaiser Valens Sitze in Mösien und Thrakien zugesichert. Streitigkeiten mit den römischen Beamten nach dem Übergang über die Donau führen zum Kampf, die Goten dringen verwüstend vor.
378.
Schlacht bei Adrianopel. Valens besiegt und getötet.
Sein Nachfolger Theodosius schließt Frieden mit den Westgoten, welche gegen Sold und Wohnsitze in Mösien und Thrakien als foederati die Grenze des römischen Reiches schützen sollen. Das Reich der Hunnen breitet sich in den Ländern nördlich der Donau aus.
395.
Alarich, König der Westgoten, verwüstet, da nach Theodosius’ Tode Arcadius den Sold nicht zahlt, Makedonien, Illyrien und Griechenland und dringt bis in die Peloponnes vor. Stilicho, Feldherr des weströmischen Reiches, kommt dem oströmischen zu Hilfe, schließt die Westgoten am Gebirge Pholoë in Arkadien ein, läßt sie aber entkommen. Alarich zieht nach Illyrien, wird vom Kaiser Arcadius zum Dux von Illyricum orientale ernannt. Das Vordringen der germanischen Völker richtet sich nun gegen das weströmische Reich.
401.