768–814.
Karl der Große,
anfangs gemeinschaftlich mit seinem Bruder Karlmann regierend, nach dessen Tode 771 Alleinherrscher. Karlmanns Söhne fliehen zu Desiderius, dem König der Langobarden, dessen Tochter Desiderata Karl geheiratet, dann verstoßen hatte. Zur Sicherung der Reichsgrenze beginnt Karl die langwierigen Sachsenkriege; durch die Unterwerfung der noch heidnischen Sachsen (geteilt in Westfalen, Engern, Ostfalen, Nordalbinger) wird die Einigung der deutschen Volksstämme im Frankenreiche vollendet.
772.
Erster Sachsenkrieg. Maifeld zu Worms, von da aus Zug gegen die Engern. Eroberung der Eresburg (Stadtberge an der Diemel), Zerstörung der Irminsul, eines heiligen Denkmals.
773–774.
Zug nach Italien; Zerstörung des Langobardenreiches.
Da Papst Hadrian I. sich weigert, Karlmanns Söhne zu Königen der Franken zu krönen, besetzt Desiderius die Pentapolis und bedroht Rom. Karl als Patricius von Rom kommt dem Papst zu Hilfe. Einnahme von Pavīa nach langwieriger Belagerung; Desiderius in ein Kloster gebracht. Karl krönt sich mit der eisernen Krone der Langobarden und wird König von Italien (Langobardenreich, also Nord- und Mittel-Italien; Süd-Italien bleibt teils im Besitz der Byzantiner, teils selbständig unter dem Herzog von Benevent). Karl bestätigt dem Papst die Schenkung seines Vaters.
775–777.
Fortsetzung des Sachsenkrieges: 775 Zug von Düren aus nach Westfalen, Eroberung der Sigiburg (Hohensyburg am Einfluß der Lenne in die Ruhr). 776 von Worms aus Wiederherstellung der von den Sachsen zerstörten Eresburg und Zug bis zur Lippe, 777 Maifeld in Paderborn.