1062.
Entführung des jungen Königs von Kaiserswert nach Köln durch Erzbischof Anno von Köln, der die Erziehung des Königs übernimmt, aber bald seinen Einfluß mit Erzbischof Adalbert von Bremen teilen muß. König Heinrich, 1065 mündig erklärt, entfernt auf Verlangen der Fürsten Adalbert aus seiner Umgebung, richtet alsbald seinen Unwillen gegen die sächsischen Großen.
1070.
Otto von Nordheim, eines Mordanschlags auf den König angeklagt, verliert das Herzogtum Bayern; es kommt an seinen Schwiegersohn Welf, den Sohn des Markgrafen Azzo von Este und der letzten Welfin, der nach dem Aussterben des Mannsstammes eine neue Linie des Welfenhauses (S. 154) begründet. Magnus, Sohn des Sachsenherzogs Ordulf, wird als Bundesgenosse Ottos in Haft gehalten.
1073.
Aufstand der Sachsen gegen die von Heinrich in ihrem Lande angelegten Burgen; Flucht Heinrichs von der Harzburg, demütigender Friede zu Gerstungen, Zerstörung der Harzburg. Heinrich findet Hilfe bei den Bürgern von Worms und mehreren Fürsten, besiegt die Sachsen an der Unstrut 1075. Bald aber gerät er in Streit mit
1073–1085.
Papst Gregor VII. (Hildebrand), aus einer Bauernfamilie in Toskana stammend, aufgewachsen in Rom unter dem Einfluß der von dem französischen Kloster Cluny (westlich der Saône, unweit Mâcon) ausgehenden streng kirchlichen Richtung. Er hatte als Archidiakonus und Kanzler unter fünf Päpsten die weltlichen Geschäfte des römischen Stuhles geleitet. Unter seinem Einfluß erließ 1059 Nikolaus II. das Dekret über die Papstwahl durch die Kardinäle.
Gregors Ziel ist die von allen Cluniazensern angestrebte Erhebung der Kirche über die Staaten, des Papsttums über das Kaisertum. Er gebietet strenge Durchführung des Cölibats (Ehelosigkeit) der Geistlichen, verbietet die von Heinrich ebenso wie von Konrad II. geübte Simonie (Geldzahlung für den Empfang eines geistlichen Amtes. Apostelgesch. 8, 18) und die Laieninvestitur (kein Bischof oder Abt soll die Belehnung mit Ring und Stab aus Laienhand empfangen).
1076.