Siebenter Kreuzzug. Ohne Erfolg.

Ludwig IX. fährt zur See nach Tunis, wo ihn und einen großen Teil des Heeres Krankheit hinwegrafft.

1291.

Akkon wird von den Mamelucken erstürmt, die letzten Besitzungen in Palästina (Tyrus, Beirut, Sidon) werden von den Christen geräumt.

Folgen der Kreuzzüge: 1. Erhöhtes Ansehen der Kirche und des Papsttums. 2. Ausbildung des Rittertums, welches sowohl für den Staat wie für das gesellschaftliche Leben hohe Bedeutung erlangt. 3. Aufschwung des Seehandels und Entwickelung der Städte, zunächst in Italien (Venedig und Genua). 4. Fortschreiten der geistigen Bildung durch die im Orient gewonnenen neuen Anschauungen und Kenntnisse (besonders der Philosophie des Aristoteles, Geographie und Naturkunde).

Stützen der kirchlichen Macht, zugleich Förderer des Ackerbaues, der Künste und Wissenschaften sind die neugebildeten Mönchsorden: Cistercienser 1098 (Citeaux unweit Dijon), Prämonstratenser 1120 (Prémontré bei Laon), die Bettelorden der Dominikaner 1216, Franziskaner 1223 (Franz von Assisi in Umbrien) und Augustiner 1244. Ausbildung der Scholastik (Philosophie im Dienste der Kirche) durch die beiden Dominikaner Albertus Magnus (Albert von Bollstädt in Schwaben, lehrte in Paris und Köln, † 1280) und Thomas von Aquino (lehrte in Paris, Köln, Rom, Neapel, † 1274).

Die kräftigsten Vorkämpfer der christlichen Staaten im Orient waren

Die geistlichen Ritterorden.

1. Tempelherren oder Templer (so genannt nach ihrem nahe der Stelle des salomonischen Tempels gelegenen Ordenshause in Jerusalem), hervorgegangen aus einem 1118 geschlossenen Bunde 8 französischer Ritter (Hugo de Payens). Zu den drei Mönchsgelübden (Armut, Keuschheit, Gehorsam) wird die Verpflichtung zum Kampfe gegen die Ungläubigen hinzugefügt. Weißer Mantel, rotes Kreuz. Der Orden wird 1291 nach Cypern verlegt, 1312 auf dem Konzil zu Vienne durch Papst Clemens V. aufgehoben.

2. Johanniter, entstanden aus der Brüderschaft des Hospitals des heiligen Johannes in Jerusalem, welches Kaufleute aus Amalfi um 1048 gestiftet hatten. Die Brüderschaft wird erweitert nach dem ersten Kreuzzuge, dann nach dem Vorbild der Templer zum Ritterorden umgestaltet (Raimund Dupuis). Schwarzer Mantel, weißes Kreuz. Der Orden wird verlegt nach Cypern 1291, nach Rhodus 1310, nach Malta 1526, wo er bis 1798 seinen Sitz hat (daher Malteser genannt).