1273–1291.

Rudolf I., Graf von Habsburg, reich begütert im Aargau und am Vierwaldstättersee, Landgraf im Elsaß, wird in Frankfurt von den sieben angesehensten Reichsfürsten zum römischen König gewählt, besonders auf Betreiben seines Verwandten, des Burggrafen Friedrich III. von Nürnberg (aus dem Hause Hohenzollern). Krönung zu Aachen, erster Reichstag 1274 zu Nürnberg; Beschluß, das Reichsgut zurückzufordern. Doch kommt dieser Beschluß nur in geringem Maße zur Ausführung; der König sieht sich auf Vergrößerung seiner Hausmacht angewiesen.

1276.

Krieg gegen Ottokar, König von Böhmen, welcher nach dem Aussterben der Babenberger (1246) Österreich in Besitz genommen, von den Ungarn Steiermark wieder erobert, Kärnten und Krain durch Erbschaft erworben hatte. Ottokar wird geächtet, unterwirft sich, erneuert aber bald den Krieg.

1278.

Sieg Rudolfs auf dem Marchfelde (bei Dürnkrut), Ottokar fällt. Vergleich mit dem Vormunde seines Sohnes Wenzel. Dieser behält Böhmen, später bekommt er auch Mähren zurück. Bildung der habsburgischen Hausmacht: Österreich, Steiermark und Krain kommen als Reichslehen an die Söhne Rudolfs, Kärnten an Graf Meinhard von Tirol, seinen Schwager.

1281.

Rudolf verkündet Landfriedensordnungen in Bayern, Franken und am Rhein. In Schwaben leisten Graf Eberhard von Württemberg und Markgraf Rudolf von Baden (Stammburg Zähringen bei Freiburg im Breisgau) der Absicht des Königs, das Herzogtum Schwaben wiederherzustellen, erfolgreich Widerstand.

1289.

Feldzug nach Burgund; die Freigrafschaft (Franche-Comté, Hauptstadt Besançon) für das deutsche Reich wiedergewonnen. Die Provence und Avignon bleiben im Besitz Karls von Anjou (S. 190).