1308.
Albrecht wird von seinem Neffen Johann (Parricīda), dem er sein Erbe vorenthielt, zwischen Aar und Reuß, nahe bei der Habsburg ermordet. Die Königswahl lenkt der Erzbischof von Trier auf seinen Bruder:
1308–1313.
Heinrich VII., Graf von Luxemburg. Dieser stellt die Rheinzölle zu Gunsten der Fürsten wieder her. Den Söhnen Albrechts bestätigt er den Besitz ihrer Lehen, erkennt aber 1309 die Schweizer Waldstätte als reichsunmittelbar an.
Entstehung der Schweizer Eidgenossenschaft.
Schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts treten die Waldorte dem Bestreben der Grafen von Habsburg, die mit der Grafschaft verbundene Vogtei zu einer vollständigen Landeshoheit über sie auszubilden, entgegen. König Heinrich (S. 187) erteilt 1231 einen Freibrief für Uri, Kaiser Friedrich II. 1240 für Schwyz. König Rudolf erkennt den Freibrief für Uri an, ernennt in Schwyz nur einheimische Amtleute. Gleich nach seinem Tode, am 1. August 1291, schließen die drei Waldorte Uri, Schwyz, Unterwalden zur Erhaltung ihrer Freiheit einen ewigen Bund, fügen sich aber zunächst noch der Herrschaft König Albrechts.
Die von der Volksdichtung ausgeschmückte Erzählung, welche die Tatsache des allmählichen Erringens der Reichsunmittelbarkeit der Waldstätte auf ein kurzes Zeitmaß zusammendrängt, erscheint erst nach und nach sich ausbildend in Chroniken des 15. Jahrhunderts und steht vielfach in Widerspruch mit den Urkunden. Weder der Schwur auf dem Rütli (1307, Werner Stauffacher, Walter Fürst, Arnold vom Melchtal), noch die Vertreibung der Vögte am 1. Januar 1308 ist historisch verbürgt. Ein Landvogt Geßler hat weder in Uri noch in Küßnacht regiert. Die Sage vom Apfelschuß findet sich auch in Norwegen, Island, Dänemark, am Rhein und in England; sie ist eine allgemein germanische Sage. Das älteste Lied von Tell stammt aus der Zeit der burgundischen Kriege (1477); die uns geläufige Tradition gibt erst der Chronist Tschudi (um 1550).
1310.
Heinrichs VII. Sohn Johann wird König von Böhmen, gewählt durch die böhmischen Stände entgegen den Ansprüchen der Habsburger (der Mannesstamm der Prschemysliden in Böhmen war 1306 ausgestorben, Johann heiratet den letzten weiblichen Sproß); dadurch erhalten die Luxemburger eine Hausmacht. Seitdem Gegensatz zwischen den Habsburgern und Luxemburgern.
1310–1313.