Wenzel, in Böhmen durch Härte (der Generalvikar des Erzbischofs von Prag, Johann von Nepomuk, Beichtvater der Gemahlin Wenzels, in die Moldau gestürzt) und Trägheit verhaßt, aus Anlaß innerer Zerwürfnisse wiederholt gefangen gesetzt, wird von den am Königsstuhl bei Rense versammelten rheinischen Kurfürsten der deutschen Königswürde entsetzt. Er stirbt 1419 als König von Böhmen.
1400–1410.
Ruprecht von der Pfalz vermag selbst bei seiner Partei kaum das königliche Ansehen zur Geltung zu bringen.
1401.
Unglücklicher Zug Ruprechts nach Italien. Das deutsche Heer wird bei Brescia geschlagen von Johann Galeazzo Visconti, den König Wenzel zum erblichen Herzog von Mailand ernannt hatte (1395) (S. 198).
1409.
Infolge der hussitischen Streitigkeiten (s. S. 204) in Prag und einer Veränderung der Universitätsstatuten zu Gunsten der czechischen Nation verlassen die deutschen Professoren und Studenten die Universität Prag und gehen meist nach Leipzig, wo Friedrich der Streitbare von Meißen (S. 204) eine Universität stiftet.
1409.
Konzil zu Pisa, berufen zur Wiederherstellung der kirchlichen Einheit (seit 1378 zwei Päpste, einer in Rom, einer in Avignon). Der vom Konzil erwählte Papst Alexander V. vermag die beiden anderen nicht zur Abdankung zu nötigen.
1410–1437.