1438–1439.
Albrecht II., der tatkräftige Schwiegersohn Sigismunds, dem er auch in Böhmen und Ungarn folgt, stirbt nach der Rückkehr von einem Türkenzuge.
1440–1493.
Friedrich III. von Steiermark, (Vetter Albrechts), der letzte in Rom (1452) gekrönte deutsche Kaiser. Ein durchaus unfähiger Herrscher, läßt er sich durch seinen Ratgeber Aeneas Silvius Piccolomini (später Papst Pius II.) bewegen, in dem Streit zwischen dem Baseler Konzil und Papst Eugen IV. auf die Seite des Papstes zu treten. Die von dem Konzil beschlossenen kirchlichen Reformen werden durch das Wiener Konkordat 1448 vereitelt; das Konzil löst sich auf 1449.
Bürgerkrieg in der Schweiz 1440–1450; Zürich mit Österreich verbündet. Auf Kaiser Friedrichs Bitte schickt Karl VII. von Frankreich den Dauphin (als König Ludwig XI.) mit den zügellosen Scharen der Armagnacs gegen Basel. Heldentod von 1600 Eidgenossen bei St. Jakob 1444. Die Armagnacs plündern darauf im Elsaß, bis der Kurfürst von der Pfalz sie vertreibt. Friede der Schweizer mit Frankreich. Das Haus Habsburg verliert seine letzten Besitzungen in der Schweiz; es behält seine Besitzungen im Elsaß und in Schwaben (Vorder-Österreich).
Fehden im deutschen Reiche, denen der Kaiser untätig zusieht. In Sachsen Bruderkrieg zwischen Kurfürst Friedrich dem Sanftmütigen und seinem Bruder Wilhelm (1446–50); im Anschluß daran der Prinzenraub: Ritter Kunz von Kaufungen entführt 1455 die beiden Söhne Friedrichs aus dem Schloß zu Altenburg, wird aber von Köhlern im Walde gefangen. Der Erzbischof von Köln führt Krieg gegen die Stadt Soest (Soester Fehde 1444–1449), Kurfürst Albrecht Achilles von Brandenburg gegen Nürnberg (1449–1453), Pfalzgraf Friedrich der Siegreiche gegen den Erzbischof von Mainz, den Grafen von Württemberg und den Markgrafen von Baden (Pfälzer Fehde 1462). Zur Herstellung des Friedens in Deutschland ist der schwäbische Bund förderlich, 1488 auf Betreiben des Kaisers von Fürsten, Rittern und Städten geschlossen.
Um 1450.
Johann Gutenberg (in Mainz) erfindet die Buchdruckerkunst. (Johann Fust, Peter Schöffer.)
In Böhmen Parteikämpfe während der Unmündigkeit des jungen Königs Ladislaus Postumus (Sohn Albrechts II.), für den Friedrich III. die Vormundschaft führt. Georg Podiebrad wird 1452 zum Reichsverweser, 1458 nach Ladislaus’ Tode zum König gewählt, aber als Utraquist angefeindet († 1471). Matthias Corvinus wird König von Ungarn (S. 218), besetzt die Nebenländer Mähren, Schlesien, Lausitz; schließt 1478 Frieden mit Georgs Nachfolger Wladislav (Sohn Kasimirs IV. von Polen).
1474–1475.