Reich der Osmanischen Türken, um 1300 durch Osman I. in Kleinasien begründet. Sein Sohn Urchan erobert 1330 Nicäa, bildet aus dem Knabenzins unterworfener christlicher Völker das Fußvolk der Janitscharen, unternimmt Landungen an der europäischen Küste. Murad I. macht Adrianopel 1365 zu seiner Residenz, unterwirft Bulgarien (S. 194).

1389.

Sieg Murads über die Serben auf dem Amselfelde bei Kossova; Serbien wird tributpflichtig (S. 172).

1396.

Sieg Bajazets I. bei Nikopoli an der Donau über ein großes Kreuzheer ungarischer, deutscher und französischer Ritter unter Führung König Sigismunds. Seitdem Schrecken des türkischen Namens im christlichen Abendlande.

Die weitere Entfaltung der osmanischen Macht wird vorübergehend gehemmt durch eine neue Erhebung der Mongolen in Asien unter Timur Lenk, welcher in gewaltigem Siegeszuge Persien (bei Ispahan 70000 Köpfe erschlagener Feinde zusammengeschichtet), das Indusland, Syrien, Kleinasien unterwirft. Bagdad zerstört. Hauptstadt seines Reiches Samarkand.

1402.

Schlacht bei Angora in Kleinasien; Bajazet besiegt und gefangen.

Nach Timurs Tode (1405) zerfällt sein Reich; die Osmanen stellen ihre Herrschaft in Kleinasien und der griechischen Halbinsel wieder her. Erste Belagerung von Konstantinopel 1422.

Die Donaugrenze wird von den Ungarn heldenmütig verteidigt. Öftere Verhandlungen der oströmischen Kaiser mit den Päpsten über Herstellung der kirchlichen Einheit (S. 176); die Beschlüsse des (in Ferrara 1438 eröffneten) Unionskonzils zu Florenz 1439 werden in Konstantinopel von der Geistlichkeit und dem Volke nicht angenommen. Papst Eugen IV. läßt das Kreuz predigen gegen die Türken, aber die Schlacht bei Varna (s. oben) lähmt den Kriegseifer. Sultan Mohammed II. macht dem oströmischen Reiche ein Ende durch die