Nikolaus Kopernikus (geb. zu Thorn 1473, Domherr zu Frauenburg am Frischen Haff, † 1543), angeregt durch die Schriften des Astronomen Johannes Müller von Königsberg in Franken (Regiomontanus, 1471 in Nürnberg, † 1476), begründet die richtige Lehre vom Sonnensystem, Seine Nachfolger Joh. Kepler aus Württemberg († 1630) und Galilei aus Pisa († 1642).

Blüte der bildenden Künste namentlich in Nürnberg: der Holzschnitzer Veit Stoß († 1533), der Bildhauer Adam Kraft († 1507), der Erzgießer Peter Vischer († 1529), der Maler Albrecht Dürer (geb. 1471, † 1528); in Augsburg die Maler Hans Holbein, Vater und Sohn, † 1524 im Elsaß, bezw. 1543 in London.

Auch die Baukunst strebte die Wiedergeburt der griechisch-römischen Bauweise im Anschluß an die erhaltenen Baudenkmäler an (Renaissancestil) (S. 211). In Deutschland vermischte sich der antike Stil vielfach mit nationalen, der Gotik entlehnten Elementen, z.B. Türmchen und Erkern. (Heidelberger Schloß.)

1517.

Beginn der Reformation durch Luther.

Martin Luther, geb. 10. Nov. 1483 in Eisleben, Sohn eines Bergmanns, studiert seit 1501 in Erfurt, geht 1505 ins Augustinerkloster daselbst, wird 1508 Professor an der Universität Wittenberg, 1511 in Angelegenheiten seines Ordens nach Rom geschickt. Da der Dominikaner Johann Tetzel im Auftrage des Erzbischofs Albrecht von Mainz Ablaß verkaufend umherzieht, schlägt Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Sätze (Thesen) gegen den Mißbrauch des Ablasses an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg.

1518.

In der Schweiz Beginn der Reformation durch Ulrich Zwingli in Zürich, veranlaßt durch den Ablaßkrämer Bernardin Samson.

Luther, vor den Kardinal Thomas de Vio aus Gaëta (Cajetanus) nach Augsburg gefordert, weigert sich zu widerrufen, appelliert an den Papst.[42] Vermittelung durch den päpstlichen Kämmerer v. Miltitz (Gespräch zu Altenburg). Luther geschützt von Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen (Ernestinische Linie des Hauses Wettin), während Herzog Georg (Albertinische Linie) ihm abgeneigt bleibt.[43] Philipp Melanchthon (Schwarzerd), ein Verwandter Reuchlins, geb. 1497 zu Bretten in Baden, seit 1518 als Professor in Wittenberg, Luthers Mitarbeiter († 1560).

1519.