Disputation zu Leipzig; Joh. Eck, Prof. zu Ingolstadt, gegen Karlstadt (Andreas Bodenstein aus Karlstadt) und Luther. Letzterer bekennt, daß Papst und Konzilien nicht unfehlbar seien, und daß sich in Hussens Lehre viel Wahres finde. Das war der Bruch mit Rom. Eck reist darauf nach Rom und erwirkt eine päpstliche Verdammungsbulle gegen 41 Artikel aus Luthers Schriften.
1520.
Luther veröffentlicht 3 reformatorische Schriften: 1. An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung, 2. Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche, 3. Von der Freiheit eines Christenmenschen, verbrennt die päpstlichen Dekretalen und die Bannbulle vor dem Elstertore zu Wittenberg.
1519–1556.
Karl V., Enkel Maximilians, abwesend gewählt von den in Frankfurt versammelten Kurfürsten, 1520 in Aachen gekrönt. Friedrich der Weise hatte die Kaiserkrone wegen hohen Alters abgelehnt.
1521. 18. April
Reichstag zu Worms. Luther verteidigt seine Lehre vor dem Kaiser, der ihm das freie Geleit hält. Doch wird er in die Reichsacht erklärt und auf Befehl Friedrichs des Weisen aus Vorsicht auf die Wartburg gebracht. Das Wormser Edikt verbietet alle Neuerungen. — Luther beginnt die Bibelübersetzung (vollendet 1534). Er kehrt auf die Nachricht von Karlstadts Unordnungen nach Wittenberg zurück (Frühjahr 1522) und predigt gegen die Bilderstürmer, richtet dann den Gottesdienst mit deutscher Predigt und Abendmahl unter beiderlei Gestalt in Kursachsen ein. Die Ausbreitung der Reformation in Deutschland wird dadurch gefördert, daß Karl V. bald nach Spanien zurückkehrt und dann durch Kriege mit Franz I. von Frankreich in Anspruch genommen ist.
1522–1523.
Reichstag zu Nürnberg. Die Durchführung des Wormser Edikts für unmöglich erklärt. Die Berufung eines Konzils verlangt.
1522–1523.