1526.
Friede zu Madrid. Franz entsagt allen Ansprüchen auf Mailand und Neapel, sowie der Lehnshoheit über Flandern und Artois, willigt in die Herausgabe des Herzogtums Burgund, stellt seine Söhne als Geiseln. Gleichzeitig zeichnet er einen feierlichen Protest gegen den Frieden auf, läßt sich dann vom Papst von seinem Eide lösen und erklärt die in Madrid beschworenen Bedingungen als erzwungen für nichtig. Papst Clemens schließt (Mai 1526) mit Frankreich, Venedig, Florenz und Mailand die Heilige Liga von Cognac gegen Karl V.
1526.
Erster Reichstag zu Speier. Die Evangelischen, an der Spitze Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen, erwirken einen der Ausbreitung der neuen Lehre günstigen Reichsabschied.
1527–1529.
Zweiter Krieg zwischen Karl V. und Franz I. Das kaiserliche (nicht bezahlte und aufrührerische) Heer unter dem Connétable von Bourbon nimmt Rom mit Sturm, Bourbon fällt, der Papst wird in der Engelsburg belagert (1527), doch erfolgt bald die Aussöhnung mit dem Hofe zu Madrid. Vergeblicher Einfall der Franzosen in Neapel.
1529.
Damenfriede zu Cambrai. Margarete von Österreich, Tante Karls, und Luise von Savoyen, Mutter des Königs von Frankreich. Letzterer zahlt 2 Millionen Kronen und entsagt den Ansprüchen auf Italien. Karl verspricht seine Ansprüche auf Burgund für jetzt nicht geltend zu machen und entläßt die französischen Prinzen.
1529.
Zweiter Reichstag zu Speier, wo Ferdinand (S. 225) und die katholische Partei infolge der siegreichen Machtstellung des Kaisers energischer auftreten. Der Reichstagsbeschluß von 1526 wird aufgehoben. Strenge Durchführung des Wormser Edikts in den evangelischen Territorien beschlossen. Hiergegen protestieren die evangelischen Stände (daher Protestanten genannt). Darauf Religionsgespräch zu Marburg zwischen Luther und Zwingli. Einigung über 14 Artikel, doch nicht über die Lehre vom Abendmahl.