1548.
Auf dem Reichstag zu Augsburg dekretiert der Kaiser, da das Tridentiner Konzil vom Papste nach Bologna verlegt ist, das Interim, welches den Protestanten aufgezwungen werden soll. Einstweilen wird ihnen die Priesterehe und das Abendmahl unter beiderlei Gestalt zugestanden. Sonst soll Lehre und Kirchenverfassung im wesentlichen katholisch bleiben. Die Stadt Magdeburg, als Mittelpunkt des Widerstandes in die Reichsacht erklärt, wird vom Kurfürsten Moritz von Sachsen 1550–51 belagert, unterwirft sich ihm, ohne Glaubenszwang zu erleiden. Moritz, erbittert über die Behandlung seines Schwiegervaters und besorgt für seine Stellung und die »Libertät« aller deutschen Fürsten, rüstet heimlich gegen den Kaiser und nötigt ihn, nach Abschluß eines Bündnisses mit Heinrich II. von Frankreich, zur
1552.
Flucht aus Innsbruck. Das in Trient wieder versammelte Konzil vertagt sich und tritt erst 1562 wieder zusammen. In Passau tritt ein Fürstentag zusammen. König Ferdinand vermittelt den
Passauer Vertrag: Das Interim abgeschafft. Freilassung Philipps von Hessen, der Religionsfriede soll auf dem nächsten Reichstage festgestellt werden. Auch Kurfürst Johann Friedrich wird freigelassen.
1552.
Karl V. zieht mit Heeresmacht gegen Heinrich II. von Frankreich, welcher als Moritz’ Verbündeter die lothringischen Bistümer Metz, Toul und Verdun besetzt hat. Vergebliche Belagerung von Metz, welches Franz von Guise mit Erfolg verteidigt. Frankreich bleibt im Besitz der drei Bistümer, während das Herzogtum Lothringen nach wie vor beim deutschen Reiche bleibt.
1553.
Moritz siegt bei Sievershausen (unweit Hannover) über seinen bisherigen Verbündeten Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (der den Passauer Vertrag nicht anerkennen will), wird aber tödlich verwundet.
Karl V. zieht sich verstimmt nach den Niederlanden zurück, überläßt die Herstellung des Friedens in Deutschland seinem Bruder Ferdinand.