Die Verletzung eines den Reformierten gewährten Toleranzedikts durch Franz von Guise (Blutbad zu Vassy in der Champagne 1562) und grausame Verfolgungen in mehreren Städten veranlassen eine bewaffnete Erhebung der Reformierten unter Führung des Prinzen von Condé und des Admirals Coligny. Sie erkämpfen in drei Kriegen (bis 1570) das Zugeständnis bedingter Religionsfreiheit, welches durch Einräumung von 4 Sicherheitsplätzen (namentlich der Hafenstadt La Rochelle) gewährleistet wird.
1572. 23.–24. Aug.
Die Bartholomäusnacht oder Pariser Bluthochzeit. Bei Gelegenheit der Vermählung Heinrichs von Bourbon und Navarra, der nach Condés Tode an die Spitze der Hugenotten getreten war, mit der Schwester des Königs Karl IX., Margarete von Valois, zuerst ein Mordanschlag auf Coligny gemacht, dann Ermordung aller in Paris anwesenden Hugenotten, geleitet von Heinrich von Guise und der Königin-Mutter Katharina von Medici. Heinrich von Navarra rettet sein Leben durch Übertritt zur katholischen Kirche. In der Hauptstadt werden über 2000, in ganz Frankreich gegen 20000 Hugenotten ermordet. Diese Bluttat entzündet den vierten Krieg (1572–1573). La Rochelle, von Herzog Heinrich von Anjou, Bruder des Königs Karl IX., belagert, verteidigt sich tapfer (Graf Montgomery). Die Wahl des Herzogs von Anjou zum König von Polen bewirkt einen Vergleich.
Karl IX. stirbt 1574. Sein Bruder, der aus Polen entweicht, wird König von Frankreich als
1574–1589.
Heinrich III. Der fünfte Krieg, während dessen Heinrich von Navarra wieder zum reformierten Glauben übertritt, wird 1576 unter Bedingungen beendigt, die für die Hugenotten günstiger sind als die früheren Friedensschlüsse. Daher Unzufriedenheit der strengen Katholiken; die Heilige Ligue beabsichtigt im Bunde mit Philipp II. Vernichtung der reformierten Partei und Erhebung der Guisen auf den Thron. Der König erklärt sich aus Furcht vor der Ligue zum Haupt derselben und verbietet den reformierten Gottesdienst in ganz Frankreich.
Daher nochmals drei Kriege, der letzte (1585–1589) genannt Krieg der drei Heinriche (Heinrich III. von Valois, Heinrich von Navarra, Heinrich von Guise). In Paris bildet sich die Ligue der Sechzehn, welche die Absetzung des schwachen Königs bezweckt. Volksaufstand, Tag der Barrikaden 12. Mai 1588. Heinrich III. entflieht nach Blois, wohin er die Reichsstände (États-généraux) zusammenruft. Da er bei diesen keinen Beistand gegen die Ligue findet, läßt er den Herzog Heinrich von Guise und dessen Bruder, den Kardinal Ludwig, ermorden. Aufstand der Katholiken, an dessen Spitze sich der Bruder der Ermordeten, Herzog Karl von Mayenne, stellt. Heinrich III. flieht zu Heinrich von Navarra in das Lager der Hugenotten, wird vor Paris, in St. Cloud, von dem Mönch Jakob Clément ermordet (1589).
1589–1792.
Haus Bourbon (stammt ab von einem jüngeren Sohne Ludwigs IX., des Heiligen).
1589–1610.