Sein Nachfolger Luis de Requesens siegt zwar 1574 auf der Mooker Heide, wo zwei Brüder des Prinzen von Oranien fallen, belagert aber Leyden vergeblich (Durchstechung der Deiche, Gründung der Universität) und kann des Aufstandes nicht Herr werden († 1576). Plünderungen der Städte Antwerpen, Mastricht, Gent u. a. durch die königlichen Truppen führen die
1576.
Pazifikation von Gent herbei, einen Vertrag aller Provinzen, durch welchen sie sich, ungeachtet der religiösen und nationalen Unterschiede, vereinigen, um die spanischen Soldaten aus dem Lande zu treiben.
Der neue Statthalter Don Juan d’Austria, Philipps II. Halbbruder, wird von den meisten Provinzen nicht anerkannt, doch entsteht unter ihnen bald Uneinigkeit. Ihm folgt Alexander Farnese von Parma, Margaretes Sohn (1578–1592), ein staatskluger Fürst und trefflicher Feldherr. Dieser unterwirft unter dem Versprechen der Herstellung ihrer alten politischen Freiheiten die südlichen, katholischen Provinzen (Belgien). Die sieben nördlichen, überwiegend calvinischen (Holland, Seeland, Utrecht, Geldern, Overyssel, Groningen, Friesland) schließen
1579.
die Utrechter Union, sagen sich 1581 gänzlich von Spanien los und übertragen die Leitung Wilhelm von Oranien. Nach dessen Ermordung zu Delft 1584 durch den Fanatiker Balthasar Gerard tritt sein Sohn, der 17jährige Moritz von Oranien, an die Spitze. Kriegsglück Alexanders von Parma, Einnahme von Antwerpen 1585. Die den Holländern geleistete englische Hilfe (Leicester Statthalter) bestimmt Philipp zur Ausrüstung der Armāda, welche, angeführt vom Herzog Medina Sidonia, furchtbaren Stürmen und der Tapferkeit der Engländer erliegt (1588). Seitdem Niedergang der spanischen Seeherrschaft. Moritz erobert Breda 1590, dann Nimwegen und Groningen, die Spanier erobern 1604 nach dreijähriger Belagerung Ostende. Endlich wird unter König
1598–1621.
Philipp III.
1609.
ein zwölfjähriger Waffenstillstand geschlossen. Unter dem schwachen, von Günstlingen beherrschten Könige sinkt Spaniens Macht und Wohlstand weiter, namentlich auch infolge der Austreibung von 500000 Moriskos. Nach Ablauf des Waffenstillstandes mit den Niederländern wird der Kampf wieder aufgenommen, bis unter König