§ 6. England und Schottland.

1485–1603.

Haus Tudor (s. s. 213).

1485–1509.

Heinrich VII. erhöht das Ansehen der Krone, indem er dem Adel verbietet, bewaffnetes Gefolge zu halten (Gerichtshof der Sternkammer gegen Aufruhrversuche) und die Finanzen ordnet. Er versucht ganz Irland zu unterwerfen (S. 192). Seine Tochter Margarete vermählt mit Jakob IV., König von Schottland (aus dem Hause Stuart, s. S. 212).

1509–1547.

Heinrich VIII., grausam und tyrannisch. Er ist sechsmal vermählt, nämlich mit: 1. Katharina von Aragon, Schwester der »wahnsinnigen« Johanna (S. 225), Witwe seines Bruders Arthur, Mutter von Maria der Katholischen (geschieden). 2. Anna Boleyn, Mutter der Elisabeth (hingerichtet). 3. Johanna Seymour († nach der Geburt ihres Sohnes Eduard VI.). 4. Anna von Cleve (geschieden). 5. Katharina Howard (hingerichtet). 6. Katharina Parr (überlebt den König). Die verweigerte Scheidung von der ersten Gemahlin (Kardinal Wolsey, gestürzt 1529) wird für den anfangs streng katholischen König (Defensor fidei) Grund zur Trennung der englischen Kirche vom Papsttum (1531). Der König kirchliches Oberhaupt. Blutige Verfolgung aller den Suprematseid Verweigernden (der Kanzler Thomas More † 1535); Einziehung vieler Klöster, aber Beibehaltung katholischer Lehren (die 6 Artikel).

Stammtafel der Familien Tudor und Stuart (S. 213):

Heinrich VII. †1509.
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Heinrich VIII. Margarete, Maria,
†1547. Gem. Jakob IV. Gem. Hz.
| v. Schottland. v. Suffolk
Maria d. Katholische | |
†1558. Jakob V. |
Elisabeth †1603. v. Schottland Franziska,
Eduard VI. †1553. †1542. Gem. Henry Gray.
Gem. Maria |
v. Guise. Johanna Gray
| †1554.
Maria (Stuart) †1587.
Gem. Darnley.
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Jakob VI. v. Schottland †1625.

1547–1553.