Eduard Vl., 10 Jahre alt. Die Regierung geleitet von dem Protektor Herzog von Somerset, dann von Graf Warwick, Herzog von Northumberland. Nun erst finden die Lehren der Reformation in England Eingang. Gründung der episkopalen Hochkirche (High Church). Book of common prayer und Glaubensbekenntnis in 42 Artikeln, verfaßt von Thomas Cranmer, Erzbischof von Canterbury.
1553–1558.
Maria die Katholische, »die Blutige«. Northumberlands Versuch, Johanna Gray, die Gemahlin seines Sohnes, auf den Thron zu setzen, mißlingt; alle drei werden hingerichtet. Maria vermählt sich mit Philipp II. von Spanien, dem aber keine Regierungsrechte zugestanden werden. Wiederherstellung der katholischen Religion. Grausame Verfolgung der Protestanten, Erzbischof Cranmer und viele andere verbrannt. Calais an Frankreich verloren (s. S. 236).
1558–1603.
Elisabeth. Wiederherstellung der anglikanischen Kirche (Episkopalkirche), protestantische Lehre mit Beibehaltung der katholischen Hierarchie und teilweise des Kultus. Glaubensbekenntnis die 39 Artikel. Zahlreiche Dissenters (Presbyterianer, Puritaner). Handel und Schiffahrt entwickeln sich, besonders seit der Vernichtung der Armada. Entdeckungsreisen (Franz Drake, zweite Erdumsegelung 1577 bis 1580, S. 223). Ansiedelungen in Nordamerika, Walther Raleigh gründet die Kolonie Virginia 1584. Ostindische Kompagnie 1600. Die Kaufleute der deutschen Hanse werden 1598 aus ihrem Hause in London, dem Stalhof, vertrieben, erhalten es jedoch später noch einmal zurück. — Unter Elisabeths Regierung lebt der große dramatische Dichter William Shakespeare (1564 bis 1616 und der Philosoph Franz Bacon von Verulam, 1561 bis 1626).
1587. 8. Febr.
Hinrichtung der Königin Maria Stuart.
Maria Stuart, Tochter Jakobs V. von Schottland und der Maria von Guise (S. 236), Urenkelin Heinrichs VII. von England, geb. 1542, zuerst vermählt mit Franz II. von Frankreich († 1560), nimmt nach dem Tode der Königin Maria der Katholischen den Titel Königin von England an. Nach dem Tode ihres Gemahls Franz übernimmt sie die Regierung in Schottland (1561). Streit mit den schottischen Calvinisten. (John Knox, in Genf mit Calvin befreundet, † 1572). Maria heiratet ihren Vetter Heinrich Darnley, der ihren Günstling Riccio ermorden läßt (1566) und dann unter Mitwissenschaft der Königin von Bothwell ermordet wird (1567). Maria heiratet gleich darauf in dritter Ehe den Mörder Bothwell. Aufstand der Schotten, Maria gefangen, ihr und Darnleys einjähriger Sohn Jakob als König anerkannt. Maria entflieht nach England (1568). Hier wird sie bis 1587 gefangen gehalten und zuletzt in Fotheringhay wegen Teilnahme an Verschwörungen gegen das Leben Elisabeths hingerichtet.
1588.
Krieg mit Spanien, Vernichtung der spanischen Armada (130 große Schiffe) durch Seegefechte im Kanal und durch Stürme an den Küsten von Schottland und Irland (S. 244). Eine englische Flotte (unter Graf Essex und Admiral Howard) erobert 1596 Cadiz und kehrt mit reicher Beute zurück. Graf Essex, Günstling der Königin, wird darauf nach Irland gesandt, um den Aufstand dort zu dämpfen, kehrt eigenmächtig zurück, wird wegen Empörung hingerichtet (1601). Die von Spanien unterstützten katholischen Iren 1601 besiegt. Irland damit endgültig unterworfen (S. 245, 192). Nach Elisabeths Tode folgt in England als Erbe des Hauses Tudor das in Schottland (S. 212) seit 1371 regierende