Die Grafenfehde: Jürgen Wullenwever, protestantischer Bürgermeister von Lübeck, unterstützt den Grafen Christoph von Oldenburg gegen Friedrichs I. Sohn Christian III. Dieser aber behauptet die Herrschaft in Dänemark (1534–1559) und führt die Reformation vollständig durch. Wullenwever vom Erzbischof von Bremen verhaftet, an den Herzog von Braunschweig ausgeliefert, 1537 in Wolfenbüttel hingerichtet.
1559–1588.
Friedrich II. beginnt seine Regierung mit der Unterwerfung der Dithmarschen (S. 216), führt
1563–1570
im Bunde mit Lübeck Krieg gegen Schweden, beschränkt die Privilegien der Hansa.
1588–1648.
Christian IV., nimmt am 30jährigen Kriege teil (s. S. 255). Im Frieden zu Brömsebro 1645 werden von ihm an Schweden die Provinzen Jämtland und Herjedalen, die Inseln Gotland und Ösel abgetreten, auch wird den schwedischen Schiffen Freiheit vom Sundzoll zugestanden.
Polen gewinnt unter den Jagellonen (1386–1572) seine größte Ausdehnung (Ostsee, Karpathen, Schwarzes Meer), doch schon in dieser Zeit entwickelt sich durch die Privilegien des zahlreichen Adels der Keim des Verfalls. Seit 1572 ist Polen Wahlreich. Einführung des liberum veto auf den Reichstagen. Wahlkönige: Heinrich von Anjou (s. S. 237), Stephan Bathŏry von Siebenbürgen, dann (1587–1668) 3 Könige aus dem Hause Wasa: Sigismund III. † 1632, Wladislaw IV. † 1648, Johann Kasimir (dankt ab 1668).
Rußland unter Iwan IV., dem Schrecklichen (1533 bis 1584) vergrößert durch Eroberung der Reiche Kasan und Astrachan; der Kosakenhetman Jermak beginnt 1581 die Eroberung Sibiriens. Nach dem Aussterben des Hauses Rurik mit Iwans IV. Sohn Feodor I. 1598 (Feodors jüngerer Bruder Demetrius war von Boris Godunow [Zar von 1598–1605] umgebracht worden) mehrjähriger Thronstreit; 1605–1606 regiert der von Polen unterstützte falsche Demetrius, dem dann noch zwei andere folgen. Ein Reichstag zu Moskau erhebt 1613 Michael Romanow auf den Thron, dessen Haus bis 1762 regiert.
Das Reich der osmanischen Türken erreicht seine höchste Blüte unter Soliman II. (1520–1566), dem Zeitgenossen Kaiser Karls V. (vgl. S. 230–232). Er stirbt in Ungarn bei der Belagerung der von Zriny tapfer verteidigten Feste Szigeth (1566). Unter seinen Nachfolgern beginnt der Verfall, namentlich infolge der Unbotmäßigkeit der Janitscharen.