In China kommt die Dynastie der Mandschu oder Tsing zur Regierung (1644 bis jetzt noch). Im 17. Jahrh. der größte Teil der Dsungarei, ganz Turkestan und Tibet erobert. Auch den Russen, Franzosen und Engländern (Kanton) Handelsverkehr gestattet (S. 223f.).
Japan wird nach Abschaffung des Shogunats (1573–1603) dem Mikado nach und nach wieder Untertan. Ende des mehr als 500jährigen Bürgerkrieges. Begünstigung des Christentums. Unglücklicher Eroberungskrieg gegen Korea 1598.
1603.
Das Shogunat wird vom Mikado der Familie Tokugawa erblich übertragen. Ihre Residenz Tokio. Seitdem 250jähriger Friede und hohe Kulturentwickelung. Seiden- und Baumwollenindustrie, Aufschwung der Porzellanfabrikation. Unter den Tokugawa (1603–1867) Abschließung Japans gegen das Ausland. Fernhaltung der Fremden. 1614 die fremden Priester für Landesfeinde erklärt und Ausrottung des Christentums befohlen; grausame Verfolgungen. Erst seit dem Niedergang der Tokugawa-Herrschaft Handelsbeziehungen mit Europa und Amerika angeknüpft und von 1854 an einzelne Häfen geöffnet.
§ 8. Deutschland, Dreißigjähriger Krieg.
1556–1564.
Ferdinand I., seit 1526 König von Böhmen und Ungarn; doch muß er die größere Hälfte Ungarns den Türken überlassen. Unter ihm und seinem Nachfolger Friedenszeit in Deutschland, aber die Ostseeprovinzen (S. 249) und die Niederlande (S. 242ff.) gehen dem Deutschtum verloren. Während die Protestanten sich durch theologische Streitigkeiten entzweien (Haß der strengen Lutheraner an der 1548 eröffneten Universität Jena gegen den »Kryptocalvinismus« Melanchthons), befestigt sich der Katholizismus durch das eifrige Wirken der Jesuiten (S. 231) und das Tridentinum (S. 232). Beginn der Gegenreformation in Österreich, Bayern und den geistlichen Fürstentümern.
1564–1576.
Maximilian II., mild und den Protestanten zugetan, denen er in seinen Erblanden freie Religionsübung gestattet. Doch wird Herzog Johann Friedrich von Sachsen-Gotha, der im Bunde mit dem gewalttätigen Reichsritter v. Grumbach die Länder seines Vaters (S. 232 f.) wiederzugewinnen trachtet, 1566 geächtet und bis an seinen Tod (1595) in Österreich gefangen gehalten (Grumbachsche Händel).
1576–1612.