Schlacht auf dem Weißen Berge bei Prag über Friedrichs V., vom Fürsten Christian von Anhalt geführte Truppen. Friedrich, der »Winterkönig«, entflieht nach Holland, wird vom Kaiser trotz kurfürstlichen Protestes geächtet, ebenso Christian von Anhalt und der Markgraf von Jägerndorf. Strenges Walten der Sieger in Böhmen; die Häupter des Aufstandes hingerichtet, viele Güter eingezogen, der Protestantismus ausgerottet. Gewaltsame Gegenreformation auch in Österreich und (weniger hart) in Schlesien.

Die protestantische Union löst sich auf, als die Kriegsgefahr näher rückt. Das Kurfürstentum Pfalz wird in Vollstreckung der Reichsacht von Maximilians Feldherrn Tilly mit Hilfe spanischer Truppen unter Spinŏla erobert. Heidelberg erstürmt, die Bibliothek (Palatina) nach Rom gebracht. Tilly, 1622 bei Wiesloch von Mansfeld geschlagen, siegt bald darauf bei Wimpfen über den Markgrafen von Baden-Durlach, bei Höchst über Christian von Braunschweig, Administrator des Bistums Halberstadt.

1623.

Tilly dringt nach Westfalen vor, siegt bei Stadtlohn abermals über Christian, bleibt mit seinen Truppen im niedersächsischen Kreise zum Schutz der geistlichen Gebiete. Herzog Maximilian erhält auf dem Fürstentag zu Regensburg die pfälzische Kurwürde und die Oberpfalz, Sachsen die Lausitz (zunächst als Pfand).

2. Dänisch-niedersächsischer Krieg 1625–1629.

Christian IV., König von Dänemark (S. 250) und Herzog von Holstein, als Oberster des niedersächsischen Kreises (S. 224) an der Spitze der Protestanten, von Holland und England zur Wiedereinsetzung Friedrichs V. angetrieben, aber unzureichend unterstützt.

Albrecht von Wallenstein (eig. Waldstein) geb. 1583 in Böhmen, aus utraquistischer Familie, aber katholisch erzogen, 1619 Oberst, 1623 Fürst, 1625 Herzog von Friedland, wird kaiserlicher Obergeneral über ein von ihm selbst errichtetes, durch ein Raubsystem zu erhaltendes Söldnerheer.

1626.

Wallenstein schlägt Mansfeld bei der Dessauer Brücke, verfolgt ihn durch Schlesien und Mähren nach Ungarn, wo sich Mansfeld mit Bethlen Gabor vereinigt, aber von diesem keine Hilfe erhält. Mansfeld stirbt in Bosnien. (»Imperatorem decet stantem mori!«)

1626. Aug.