Tilly schlägt Christian IV. bei Lutter am Barenberge in Braunschweig. Tilly und Wallenstein erobern Holstein (1627), Wallenstein allein Schleswig und Jütland. Er besetzt Mecklenburg, wird vom Kaiser 1628 mit diesem Herzogtum belehnt und zum General des Baltischen und Ozeanischen Meeres ernannt. Er zwingt den Herzog von Pommern zur Unterwerfung, erhält aber von den Hansestädten keine Schiffe und belagert vergebens Stralsund (1628), dessen Bürger sich mit dänischer und schwedischer Hilfe zehn Wochen lang tapfer verteidigen. Sein Unterfeldherr Arnim zieht darauf mit 15000 Mann nach Westpreußen, um die Polen gegen Gustav Adolf (S. 250) zu unterstützen.
1629.
Friede zu Lübeck zwischen dem Kaiser und Christian IV. Dieser erhält seine Länder zurück, entsagt aber jeglicher Teilnahme an den deutschen Streitigkeiten. Ferdinand II. erläßt das
Restitutionsedikt: 1. Auf Grund des geistlichen Vorbehaltes (S. 234) sollen die seit dem Passauer Vertrage 1552 von protestantischen Fürsten in Besitz genommenen geistlichen Güter herausgegeben werden. Dies betrifft 2 Erzbistümer: Magdeburg und Bremen; 12 Bistümer: Minden, Verden, Halberstadt, Lübeck, Ratzeburg, Meißen, Merseburg, Naumburg (diese drei werden jedoch dem Kurfürsten von Sachsen ausnahmsweise belassen), Brandenburg, Havelberg, Lebus und Kammin, außerdem viele Klöster und Stifter. 2. Nur die Bekenner der Augsburgischen Konfession sollen freie Religionsübung haben, alle anderen »Sekten« — also auch die Reformierten — sollen aufhören. — Anfang rücksichtsloser Ausführung des Resitutionsedikts durch die Truppen der Liga und Wallensteins.
1630.
Kurfürstentag zu Regensburg.
Die katholischen Kurfürsten, gestützt auf die lauten Klagen aller Reichsstände über die von Wallensteins Truppen verübten Grausamkeiten und Erpressungen, erlangen vom Kaiser Ferdinand II. die Absetzung Wallensteins.
3. Schwedischer Krieg 1630–1635.
1630. Juni
Gustav II. Adolf, König von Schweden, landet auf der Insel Usedom.