Der brandenburgisch-preußische Staat beginnt sich zu entfalten. Er übernimmt fortan in Deutschland den Schutz der vom Kurfürsten von Sachsen preisgegebenen protestantischen Sache.
B. Vom Westfälischen Frieden bis zur französischen Revolution. (1648–1789.)
§ 1. Frankreich.
1643–1715.
Ludwig XIV., beim Tode seines Vaters Ludwig XIII. (S. 238) 5 Jahre alt, zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter Anna, Tochter Philipps III. von Spanien; die Regierung leitet der Kardinal Mazarin.
1648–1653.
Unruhen der Fronde, veranlaßt durch den Widerstand des Pariser Parlaments gegen Mazarins Verordnungen. Eine unzufriedene Adelspartei schließt sich dem Widerstand an; Prinz Condé, anfangs für die Regierung kämpfend, entzweit sich ebenfalls mit Mazarin; dieser geht 1651 für kurze Zeit in die Verbannung. 1652 Kampf zwischen Condé und Turenne, der die königlichen Truppen befehligt, im Faubourg St. Antoine; Condé dringt in die Stadt Paris ein, wird aber bald beim Volke unbeliebt. Der Hof kehrt nach Paris zurück, Condé entweicht nach Spanien. Mazarin befestigt das Ansehen der Monarchie.
1648.
Frankreichs Erwerbungen im Westfälischen Frieden s. S. 260.
Der 1635 ausgebrochene Krieg mit Spanien (Sieg Condés bei Rocroy 1643) wird beendet durch den