1681. 30. Sept.
Die Franzosen besetzen Straßburg im Einverständnis mit dem Bischof Franz Egon von Fürstenberg. Einfall in die spanischen Niederlande 1683. Besetzung von Luxemburg und Trier 1684. Diesen Rechtsverletzungen tritt das Deutsche Reich nur mit leeren Protesten entgegen; schließlich wird 1684 zu Regensburg ein zwanzigjähriger Waffenstillstand mit Ludwig XIV. abgeschlossen, wonach er alle bis zum 1. August 1681 besetzten Gebiete, dazu auch Straßburg behält.
1684.
Eine französische Flotte bombardiert Genua, um es für seine Verbindung mit Spanien zu strafen.
1685.
Aufhebung des Edikts von Nantes (s. S. 238). Die Ausübung des reformierten Bekenntnisses in Frankreich wird untersagt, die Erziehung der Kinder in der katholischen Religion befohlen, die Auswanderung verboten. Über 50000 Familien entkommen indes nach Holland, England, Brandenburg. Die Protestanten im Elsaß behalten die ihnen zugesicherte Religionsfreiheit.
1688–1697.
Raubkrieg gegen Deutschland (Pfälzischer Krieg). Nach dem Tode des Kurfürsten Karl von der Pfalz (1685), dessen Schwester Elisabeth Charlotte (Liselotte) mit dem Herzog Philipp von Orléans, Bruder Ludwigs XIV., vermählt war, erhebt Frankreich gegenüber der Linie Pfalz-Neuburg Ansprüche auf einen großen Teil des Landes. Im Erzbistum Köln will Ludwig XIV. die Wahl des Straßburger Bischofs Wilhelm von Fürstenberg gegen den Prinzen Clemens von Bayern durchsetzen. Bündnis zu Augsburg 1686 gegen Frankreich zwischen dem Kaiser, Spanien, Schweden und den bedeutendsten Reichsfürsten, nach der in England 1688 erfolgten Thronveränderung (S. 271) zu der Großen Allianz erweitert, der England, Holland und Savoyen beitreten.
Die französischen Heere rücken in die Rheinlande ein (Sept. 1688). Furchtbare Verheerung der Pfalz durch Mélac auf Befehl von Louvois (März-Juni 1689); die Städte Heidelberg, Mannheim, Speier, Worms und Hunderte von kleineren Orten verbrannt. Das deutsche Reichsheer erobert Mainz und Bonn, kann aber am Oberrhein die Franzosen nicht vertreiben; der Markgraf Ludwig von Baden erobert Heidelberg wieder, hält sich dann aber meist allzu vorsichtig hinter seiner festen Verteidigungsstellung bei Heilbronn.
In den Niederlanden siegt der Marschall von Luxembourg bei Fleurus 1690, Steenkerken 1692, Neerwinden 1693, doch behauptet Wilhelm III. durch zähe Ausdauer das Feld. Eine französische Landung in Irland zu Gunsten des vertriebenen Jakob II. hat nur vorübergehenden Erfolg (s. S. 272).