1689–1702.
Wilhelm III. (und Maria bis 1694), durch Parlamentsakte auf den Thron erhoben. Personalunion zwischen England und Holland. Die Regierung führt Wilhelm III. allein. Das Gesetz der Rechte (Bill of rights 1689) sichert die verfassungsmäßigen Freiheiten der Nation.
Aufstand der katholischen Iren für Jakob, der daselbst landet und fast ein Jahr herrscht. Wilhelm schlägt ihn 1690 am Boynefluß. Teilnahme am Kriege gegen Ludwig XIV., s. S. 264; Englands Seemacht gesichert. 1701 Ordnung der Thronfolge: die katholischen Stuarts ausgeschlossen, erbberechtigt ist das protestantische Haus Hannover (S. 299).
Aufschwung der Literatur und Wissenschaft: Die Dichter Milton († 1674) und Dryden († 1700); der Theosoph Bunyan († 1688); die Philosophen Hobbes († 1679) und Locke († 1704), der Naturforscher Newton († 1722).
1701–1714.
§ 5. Der spanische Erbfolgekrieg.
Philipp III., König von Spanien, †1621.
_________|_________________________________________
Anna, Philipp IV., †1665. Maria Anna,Gem. Ludwig XIII. | Gem. Ferdinand III.
| __|_____________________ |
Ludwig XIV. Maria Karl II., Marg. Leopold I., | Theresia. †1700. Theresia. †1705.
|___________| |_________|
| |
| |
Ludwig, Dauphin, †1711. Maria Antonie, | Gem. Max Emanuel v. Bayern.
| |
Philipp von Anjou, Joseph Ferdinand,als K. v. Spanien Philipp V., †1699,
†1746. Kurprinz v. Bayern.
Kaiser Leopold I. hatte außer seiner Tochter Maria Antonie zwei Söhne aus dritter Ehe, Joseph I. (Kaiser 1705–1711) und Karl VI. (Kaiser 1711–1740). Er nimmt als Vertreter der deutschen Linie des Hauses Habsburg das spanische Erbe für den zweiten Sohn in Anspruch. Ludwig XIV. dagegen fordert es für seinen zweiten Enkel Philipp von Anjou. Wilhelm III. an der Spitze der Seemächte (England und Holland) schließt mit Ludwig XIV. 1698 einen Teilungsvertrag: Haupterbe soll der Kurprinz Joseph Ferdinand von Bayern sein, Frankreich und Österreich die Nebenländer erhalten. Dagegen setzt Karl II. den Kurprinzen durch Testament zum Erben der gesamten Monarchie ein. Nach dessen plötzlichem Tode 1699 neue Unterhandlungen; endlich unterzeichnet Karl II. ein Testament, welches Philipp von Anjou zum Erben einsetzt. Große Allianz der Seemächte (1701) mit Kaiser Leopold, zunächst um dem Hause Österreich die spanischen Besitzungen in den Niederlanden und in Italien zu verschaffen. Auf Frankreichs Seite stehen die Herzöge von Savoyen und Mantua, die Kurfürsten von Bayern und Köln (zwei Brüder); die übrigen deutschen Reichsstände und Preußen (Friedrich III. von Brandenburg durch den »Krontraktat« die Annahme der Königswürde gestattet) sind mit dem Kaiser verbündet. Portugal tritt der großen Allianz bei, endlich auch Savoyen (1703).
Vier Kriegsschauplätze: Spanien, Italien, Niederlande, Deutschland.
Philipp von Anjou wird in Spanien als König Philipp V. anerkannt. Seine Hauptstütze ist Kastilien.