Zu hoher Blüte entfaltete sich die Dichtkunst; bei den Ioniern namentlich die Elegie: Kallīnos von Ephĕsos um 670, Mimnermos von Kolŏphon um 600, Tyrtaios und Solon von Athen, auch Theognis von Megara (S. 33) dichtete in ionischem Dialekt;

bei den Doriern der lyrische Chorgesang: Terpander von Lesbos um 676 in Sparta, Alkmān von Sardes um 650 ebendaselbst, Stesichŏros von Himera um 600, Arion von Lesbos, Freund des Periander, Iby̆kos von Rhegion um 550;

bei den Äŏlern der lyrische Einzelgesang: Alkaios und Sappho von Lesbos um 600; der Ionier Anakrĕon von Teos um 540. Jambische Spottgedichte des Archilŏchos von Paros (um 650) und Hippōnax von Ephesos (um 540). Die Vollendung der lyrischen Dichtung in mannigfaltigen Formen zeigt sich in Simonĭdes von Keos und Pindăros von Theben, beide zur Zeit der Perserkriege.

Anfänge der Philosophie (zunächst Naturforschung) und der Himmels-, Erd- und Völkerkunde bei den Ioniern: Thales von Milet (s. S. 15). Herakleitos von Ephesos um 500: »Alles ist in ewigem Wechsel«. Pythagŏras von Samos wandert um 530 nach Kroton aus (Bund der Pythagoreer), Xenophănes von Kolophon um dieselbe Zeit nach Elĕa in Unteritalien (seine Schüler Parmenides, Zeno). Hekataios von Milet um 510.

In späterer Überlieferung werden als die sieben Weisen dieser Zeit genannt: Thales von Milet, Bias von Priēne, Pittăkos von Mytilene, Periander von Korinth, Cheilon von Sparta, Kleobūlos von Lindos, Solon von Athen.

§ 3. Perserkriege und Blütezeit Athens.

500–449.

Perserkriege.

500–494.

Aufstand der ionischen Griechen gegen die Perser (s. S. 20). Der von Athen und Eretrĭa ihnen geleistete Beistand ist die Veranlassung zu dem Versuch der Perser, auch das europäische Griechenland zu unterwerfen.