1848. Frühjahr.

Revolutionäre Bewegungen in Deutschland und Österreich. Eine badische Volksversammlung bei Mannheim (27. Febr.) fordert Preßfreiheit, Schwurgerichte, Vereinsrecht, Volksbewaffnung, deutsches Parlament. Ähnliche Versammlungen finden in Württemberg, Hessen-Darmstadt, Nassau u. a. Staaten statt. Die Regierungen zeigen sich nachgiebig; der Bundestag in Frankfurt hebt die Zensur für Druckschriften auf.

13.–15. März.

Aufstand in Wien. Metternich, seit 1809 leitender Minister Österreichs, wird vertrieben. Bürgerwehr und Studenten herrschen in der Stadt.

18. März.

Straßenkampf in Berlin, obwohl der König Friedrich Wilhelm IV. schon aus freien Stücken eine Verfassung und Preßfreiheit versprochen hatte. Die unbesiegten, aber ermatteten Truppen verlassen auf Befehl des Königs am 19. ihre Stellungen und marschieren aus der Stadt. Bildung einer Bürgerwehr. Berufung einer preußischen Nationalversammlung nach Berlin. Prinz Wilhelm geht auf Befehl seines Bruders nach England.

1848. 20. März.

Infolge wiederholter Unruhen in München dankt König Ludwig I. († 1868) zu Gunsten seines Sohnes Maximilian II. (1848–1864) ab.

15. Mai.

Zweiter Aufstand in Wien, welcher die Einberufung eines österreichischen Reichstags erzwingt. Kaiser Ferdinand I. verläßt Wien und geht nach Innsbruck.