1851.

Wiederherstellung des deutschen Bundes beschließen. Österreich hat in den deutschen Verhältnissen ebenso wie in seinen inneren Kämpfen gegen die nationalen Aufstände gesiegt. Doch hält Preußen den Zollverein (S. 351) aufrecht, welchem nun auch Hannover und Oldenburg beitreten, und begründet allmählich eine preußische Kriegsflotte, indem es mehrere von den 1852 im Auftrage des Bundestages versteigerten Schiffen übernimmt, welche die deutsche Nationalversammlung 1849 als deutsche Flotte gegen Dänemark zusammengebracht hatte (S. 361). Ein Gebiet an der Jahdemündung wird 1853 durch Vertrag mit Oldenburg erworben zur Anlage des Kriegshafens Wilhelmshaven, an der Nordsee.

1848–1850.

Schleswig-Holsteins Erhebung gegen Dänemark.

Veranlassung: »Offener Brief« des Königs Christian VIII. (1839–1848) vom 8. Juli 1846, welcher den Fortbestand der Union der Herzogtümer mit Dänemark trotz des in den beiden Staaten verschiedenen Erbfolgerechts (s. S. 268) verfügt. Ein Aufstand in Kopenhagen (30. März 1848) zwingt seinen Nachfolger Friedrich VII., die Einverleibung Schleswigs in Dänemark auszusprechen. Nach der bis dahin nie bezweifelten Thronfolge mußten die Herzogtümer nach dem Aussterben des Königlichen Mannesstammes an den Herzog Christian von Sonderburg-Augustenburg fallen. Daher Aufstand in den Herzogtümern und Bildung einer provisorischen Landesregierung.

1848. April.

Preußische und andere deutsche Bundestruppen kommen den Schleswig-Holsteinern, welche sich eine Armee neu bilden müssen, zu Hilfe. General v. Wrangel vertreibt die Dänen aus dem Danewerk bei Schleswig (23. April) und dringt bis nach Jütland vor. Aber die Verluste des Ostseehandels durch die dänische Blockade und englisch-russischer Einfluß bewirken den Abschluß eines Waffenstillstandes zu Malmö. Eine »gemeinschaftliche Regierung« wird für die Herzogtümer eingesetzt. Unzufriedenheit mit diesem Waffenstillstand in ganz Deutschland; die Nationalversammlung zu Frankfurt genehmigt ihn nach heftigen Verhandlungen.

1849. März.

Einsetzung einer Statthalterschaft für Schleswig-Holstein durch die deutsche Zentralgewalt.

Bei Eckernförde wird das Linienschiff Christian VIII. in Brand geschossen und die Fregatte Gefion genommen (5. April). Erstürmung der Düppeler Höhen durch bayrische und sächsische Truppen (13. April). Das schleswig-holsteinische Heer, geführt von dem preußischen General v. Bonin, besiegt die Dänen bei Kolding (23. April). Doch wiederum wird die Weiterführung des Krieges durch die Drohungen Englands und Rußlands gelähmt. Die neu gegründete deutsche Flotte liefert den Dänen ein Seetreffen bei Helgoland (5. Juni), ist aber dann genötigt, untätig in der Wesermündung zu bleiben. Das schleswig-holsteinische Heer belagert die Festung Fridericia, erleidet aber durch einen glücklichen Ausfall der Dänen bedeutende Verluste.