1866. 3. Juli.

Schlacht bei Königgrätz. Harter Kampf der ersten preußischen Armee bei Sadowa und Benatek gegen die Österreicher; große Verluste erleidet die Division des Generals v. Fransecky im Walde von Masloved. Auf dem rechten Flügel kämpft die Elbarmee bei Nechanitz gegen Sachsen und Österreicher. Am Nachmittag kommt die zweite (schlesische) Armee unter dem Kronprinzen nach anstrengendem Marsche von links her den Österreichern in die Flanke; das Gardekorps erstürmt die Höhe von Chlum. Rückzug der Österreicher nach Königgrätz, die Preußen erbeuten 5 Fahnen, 161 Geschütze, machen 20000 Gefangene. Weiterer Rückzug nach Olmütz.

Kaiser Franz Joseph ruft Frankreichs Vermittelung an und tritt Venetien an Napoleon III. ab; der von Frankreich begehrte Waffenstillstand wird jedoch von Preußen und von Italien zurückgewiesen. Ein großer Teil der österreichischen Südarmee wird aus Italien zum Schutze der bedrohten Hauptstadt Wien herangezogen. Die Preußen besetzen Prag (8. Juli) und Brünn (12. Juli); die erste Armee rückt von Brünn aus rasch gegen Wien vor, während die zweite nach dem Treffen bei Tobitschau (15. Juli, General v. Bonin) durch Besetzung von Prerau die Eisenbahnverbindung zwischen Olmütz und Wien abschneidet.

Benedek führt seine Truppen über die Kleinen Karpathen, um Wien auf dem Umwege durch das Waagtal zu erreichen. Das preußische Hauptquartier wird am 18. Juli nach Nikolsburg (südlich der Taya) verlegt. Das Treffen bei Blumenau (unweit Preßburg) am 22. Juli (General v. Fransecky) entscheidet sich bereits zu Gunsten der Preußen, als es um 12 Uhr abgebrochen werden muß infolge der mittlerweile abgeschlossenen fünftägigen Waffenruhe. Darauf

26. Juli.

Waffenstillstand zu Nikolsburg, nachdem ohne Frankreichs Mitwirkung, aber mit Rücksicht auf seine Forderungen, die Friedenspräliminarien unterzeichnet worden sind.

B. Westlicher Kriegsschauplatz.

a) Preußen gegen Hannover und Kurhessen.

Preußische Westarmee: General Vogel v. Falckenstein; sie ist zunächst noch getrennt: Division Goeben bei Minden, Division Manteuffel in Holstein, Division Beyer bei Wetzlar, zusammen 48000 M.

Hannoveraner 21000 M., Kurhessen 8000 M.