Für Österreich: Das VII. Bundes-Armeekorps (Bayern-Versammlung bei Schweinfurt) 40000 M. und das VIII. Bundes-Armeekorps (Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt, Nassau und eine österreichische Brigade-Versammlung bei Frankfurt a. M.) 46000 M. Oberbefehl: Prinz Karl von Bayern.
Die Mainarmee besiegt die Bayern bei Dermbach (4. Juli) und an der Fränkischen Saale (Kissingen 10. Juli), die Hessen bei Laufach (13. Juli) und das VIII. Korps bei Aschaffenburg (14. Juli). Dadurch werden die Verbündeten (dauernd getrennt) auf das linke Mainufer gedrängt; am 16. Juli besetzt General v. Falckenstein Frankfurt, von wo sich der Bundestag nach Augsburg geflüchtet hat.
Fortsetzung des Feldzuges unter dem Oberbefehl des Gen. v. Manteuffel. Gefechte bei Tauberbischofsheim gegen die Württemberger und bei Werbach gegen die Badener (24. Juli), bei Roßbrunn gegen die Bayern (26. Juli). Die Bayern behaupten noch die Citadelle von Würzburg, aber das von Leipzig her vorrückende Reservekorps des Großherzogs von Mecklenburg (25000 M.) besetzt Nürnberg (31. Juli). Waffenstillstand am 2. August.
C. Krieg zwischen Österreich und Italien.
Italien zum Bündnis mit Preußen veranlaßt durch die günstige Gelegenheit, Venetien zu gewinnen.
Die österreichische Südarmee (138000 Mann) unter Erzherzog Albrecht sammelt sich bei Verona. Von den Italienern (210000 Mann) rückt ein Korps von Bologna her gegen den Po vor, der größte Teil überschreitet unter Führung des Königs Viktor Emanuel den Mincio, wird aber am 24. Juni bei Custozza geschlagen. Neues Vorgehen der Italiener, nachdem ein großer Teil der österreichischen Truppen zum Schutze Wiens abberufen ist. Die italienische Flotte wird am 20. Juli bei der Insel Lissa von der österreichischen (Admiral Tegethof) geschlagen. Waffenstillstand am 25. Juli.
1866. 23. Aug.
Friede zu Prag zwischen Preußen und Österreich: 1. Der Kaiser von Österreich erkennt die Auflösung des Deutschen Bundes an, gibt seine Zustimmung zu einer Neugestaltung Deutschlands ohne Österreich, erkennt im voraus die in Norddeutschland von Preußen vorzunehmenden Gebietsveränderungen an, bedingt aber dem Königreich Sachsen unveränderten Bestand (als Glied des neuen Norddeutschen Bundes) aus. 2. Österreich überträgt seine Rechte auf Schleswig-Holstein an Preußen, nur soll der nördliche Teil Schleswigs mit Dänemark wieder vereinigt werden, wenn die Bevölkerung den Wunsch dazu durch freie Abstimmung zu erkennen gibt (aufgehoben 1878). 3. Österreich zahlt 20 Millionen Taler Kriegskosten. 4. Preußen bedingt die Übergabe Venetiens an Italien aus.
Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und die freie Stadt Frankfurt werden mit der preußischen Monarchie vereinigt. Die süddeutschen Staaten und Sachsen müssen einzeln Frieden schließen und Kriegskosten zahlen. — Von den beabsichtigten Gebietsabtretungen der Südstaaten wird in der Hauptsache Abstand genommen (nur Bayern und Hessen müssen Grenzstriche abtreten, jenes Orb und Gersfeld, dieses die eben geerbte Landgrafschaft Hessen-Homburg), weil Napoleon III. Deutschland gegenüber das Verlangen nach einer »Grenzberichtigung« zeigt (s. S. 377).
Zwischen Preußen und den Südstaaten werden Schutz- und Trutzbündnisse geschlossen: Gegenseitige Garantie des Gebiets, die süddeutschen Staaten stellen für den Fall eines Krieges ihre gesamten Streitkräfte unter den Oberbefehl des Königs von Preußen. Das Verlangen Napoleons III. (Abtretung der bayrischen Rheinpfalz und des linksrheinischen Hessen mit Mainz) wird zurückgewiesen.