Veranlassungen: 1. Einmischung Athens in den Krieg, welcher zwischen Kerkyra und Korinth wegen der Kolonie Epidamnos (S. 33) entstanden war.[16] Die Athener erklären sich für Kerkyra und nehmen (zunächst mit 10 Schiffen) teil an der Schlacht bei Sybŏta (432) zwischen den Korinthern und Kerkyräern, in der die Korinther erst Sieger sind, sich aber nach dem Erscheinen weiterer 20 attischer Trieren zurückziehen. 2. Die Bewohner von Poteidaia (S. 33) fallen vom athenischen Bunde ab (432), werden von Korinth unterstützt, aber von den Athenern geschlagen und in ihrer Stadt belagert.

Die Korinther, unterstützt durch Beschwerden der Megărer, welche von allen attischen Häfen und Märkten ausgeschlossen worden waren, und der Ägineten, klagen gegen die Athener in Sparta. Die Volksversammlung der Spartiaten erklärt, daß die Athener die Verträge gebrochen haben, worauf die peloponnesische Tagsatzung Kriegsbereitschaft beschließt.

Streitkräfte beider Parteien: Achaja und Argos bleiben zunächst neutral; mit den Peloponnesiern verbündet: die Megărer, Böoter, opuntischen Lokrer, Phokier.— Selbständige Bundesgenossen der Athener: Platää, Naupaktos, Kerkyra, Zakynthos, Chios, Lesbos, die Thessăler und Akarnanen. Flotte von 300 Trieren, Bürgerheer von 29000 Hopliten, Staatsschatz von 6000 Talenten, Jahrestribut aus dem Bundesgebiet 600 Talente.

Perikles behauptet sein Ansehen gegen alle Anfeindungen (Anklagen gegen Pheidias, Anaxagoras, gegen seine Gemahlin Aspasia, endlich gegen ihn selbst wegen der Verwaltung des Staatsschatzes). Sein Kriegsplan: Verteidigung in der befestigten Stadt, Angriff mit der Flotte.

431.

Der Archidamische Krieg. 431–421. Der Krieg beginnt mit einem Überfall von Platää durch die Thebaner, welche zurückgeschlagen werden. Darauf Einfall der Peloponnesier in Attika unter dem Spartanerkönig Archidāmos. Verwüstung des Landes. Die Landbewohner flüchten in die befestigte Stadt Athen oder lagern zwischen den langen Mauern. Die athenische Flotte verheert die Küsten der Peloponnes und nimmt Ägina in Besitz; das Gebiet von Megăra von dem Landheer verwüstet.

430.

Zweiter Einfall der Peloponnesier, in Athen bricht die Pest aus (der Arzt Hippokrătes aus Kōs). Perikles verheert mit der Flotte die Küste von Argolis, wird im Rechenschaftsprozeß verurteilt, aber für das nächste Jahr wieder zum Feldherrn erwählt.

429.

Die Athener nehmen Poteidaia ein; ihre Flotte unter Phormion ist siegreich im korinthischen Meerbusen bei Naupaktos.