Perikles stirbt an der Pest. An die Spitze der demokratischen Partei tritt Kleon, der »Gerber«, d. i. Besitzer einer durch Sklaven betriebenen Lederwarenfabrik, an die Spitze der aristokratischen Nikĭas.
428.
Dritter Einfall der Peloponnesier, dann Abfall der Stadt Mytilēne auf Lesbos vom athenischen Seebunde (Methymna bleibt den Athenern treu). Die Spartaner belagern Platää.
427.
Während des vierten Einfalls der Peloponnesier in Attika wird Mytilēne auf Lesbos von der athenischen Flotte zur Übergabe gezwungen. Die athenische Volksversammlung beschließt auf Kleons Antrag, alle Bürger von Mytilēne, am andern Tage jedoch, nur die Aristokraten hinrichten zu lassen. Über tausend werden getötet, die Mauern der Stadt geschleift, die Äcker der Insel, mit Ausnahme des Gebiets von Methymna, an attische Bürger verteilt.
Die Spartaner nehmen Platää ein, die letzten 225 tapferen Verteidiger der Stadt werden hingerichtet. — Blutige Parteikämpfe in Kerkyra, wo zuletzt mit Hilfe Athens die Demokraten Sieger bleiben.
426.
Glückliche Kämpfe der Athener unter Demosthĕnes in Akarnanien gegen die von den Peloponnesiern unterstützten Ambrakioten.
425.
Fünfter Einfall der Peloponnesier. Demosthenes, mit einer nach Sicilien (S. 50) bestimmten Flotte aussegelnd, landet in Messenien und besetzt die verfallene Burg von Pylos. Die Peloponnesier (Brasĭdas) besetzen die gegenüberliegende Insel Sphakteria, werden aber durch die athenische Flotte abgeschnitten. Der von spartanischen Gesandten in Athen angebotene Friede auf Kleons Antrag verworfen. Kleon und Demosthenes erobern Sphakteria; 292 Hopliten, darunter 120 Spartiaten, werden nach Athen gebracht. Die Athener drohen diese hinzurichten, wenn ein neuer Einfall in Attika geschehe.