1872 - 1876
hatte Rußland bereits seine asiatische Provinz Turkestan (Taschkent und Samarkand, S. 369) durch Unterwerfung des Chans von Khiwa, des Emirs von Bochara und des Chans von Kokand (Ferghana) erweitert, 1875 durch Vertrag mit Japan sich den Besitz der Insel Sachalin gesichert.
Nach dem Berliner Kongreß zeigt Rußland (Minister Fürst Gortschakow) feindselige Haltung gegen Deutschland, welches deshalb das bisherige engere Verhältnis zu Rußland (S. 393f.) löst und sich mit Österreich verbündet (S. 395). Kaiser Alexander II., im Begriff, eine Volksvertretung zu berufen, wird 1881 durch Verschwörer (Nihilisten) ermordet.
1881–1894.
Alexander III. (Gem. Dagmar — Maria Feodorowna — von Dänemark) ordnet strenge Maßregeln an gegen das Deutschtum in den Ostseeprovinzen (Russifizierung der Universität Dorpat), schließt trotz des Neutralitätsvertrages mit Deutschland Freundschaft mit Frankreich (S. 395, 404). 1893 Zollkrieg gegen Deutschland, der aber 1894 durch Handelsvertrag beigelegt wird.
1885.
Vertrag mit England über die Nordgrenze von Afghanistan, nachdem Rußland 1884 das Gebiet von Merw besetzt hat. 1887 nimmt Rußland noch Pendschdeh. Bau der Transkaspischen Eisenbahn, 1888 bis Samarkand vollendet. Rußland nimmt dann 1892–1895 den größten Teil des Pamirhochlandes in Besitz, baut die Sibirische Eisenbahn, 1901 bis Wladiwostock vollendet.
Nikolaus II. (Gem. Alix — Alexandra Feodorowna — von Hessen), seit Nov. 1894, stellt bessere Beziehungen zu Deutschland her.
1899.
Kongreß im Haag; auf Rußlands Wunsch wird ein Schiedsgericht für internationale Streitigkeiten eingesetzt.