1904–1905.

Nach dem unglücklichen Verlauf des Krieges gegen Japan (s. S. 422f.) bedrohliche Unruhen im russischen Reiche: Attentate auf Mitglieder der Zarenfamilie (Großfürst Sergius, Oheim des Zaren, † 1905) und andere einflußreiche Persönlichkeiten, Judenverfolgungen, Plünderungen. Der Zar verkündet (19. Aug. 1905) die Berufung einer Duma (Reichsversammlung). In Livland Aufstand der Letten gegen die deutschen Gutsbesitzer.

1906.

Verfassung eingeführt (Reichsrat und Duma). Die erste Duma wird nach stürmischen Verhandlungen aufgelöst, ebenso 1907 die zweite. Reformdekrete der Regierung (Minister Stolypin, 1911 ermordet), namentlich zur Besserung der Lage des Bauernstandes; strenge Maßregeln gegen Polen und Livland. Die dritte Duma 1908 bewilligt eine bedeutende Anleihe.

1910–1911.

Abkommen mit Deutschland über Persien (S. 397).

1911.

Neues Abkommen mit Japan über die Mandschurei (vgl. S. 422f.).

Verständigung (Entente) mit Japan und endgültiger Ausgleich aller durch den Krieg von 1904–1905 bedingten Ansprüche ohne Hilfe eines Schiedsgerichts. — Rußland, das mit England noch 1907 die Unantastbarkeit und Unabhängigkeit Persiens verkündet, aber bereits 1909 ein gemeinsames Einschreiten gegen die Regierung des Schah und eine Teilung des Landes in eine russische (Norden) und englische (Süden) Interessenzone vereinbart hat, greift 1911 in die persischen Wirren ein (s. S. 419).

Abschluß einer Militärkonvention mit Bulgarien.