Vielleicht in dieser Zeit schon Handelsvertrag zwischen Rom und Karthago. Die Küstenstädte bis Terracina unter Roms Oberhoheit (S. 82).

496.

Sagenhafter Sieg der Römer über die Latiner und Tarquinius am See Regillus (bei Tusculum); der Dictator Aulus Postumius siegt mit Hilfe der Dioskuren (Kastor und Pollux), denen alsbald ein Tempel in Rom errichtet wird.

494.

Auswanderung der Plebejer auf den Heiligen Berg (secessio plebis in Montem sacrum).

Die Plebejer waren durch häufigen Kriegsdienst, durch das strenge Schuldrecht, welches auch die Person des Schuldners in die Gewalt des Gläubigers gab, und durch Verweigerung eines Anteils am Gemeindelande (ager publicus) in Not geraten. Sie wollen eine neue Stadt gründen, werden aber durch Vermittelung des Patriziers Menenius Agrippa zur Rückkehr bewogen. Darauf Erlaß der drückendsten Schulden, Einsetzung besonderer plebejischer Beamter: Die Volkstribunen (tribuni plebis, anfangs 2, dann 5, endlich 10) sind unverletzlich (sacro-sancti) und haben das Recht des Schutzes (ius auxilii) für jeden Plebejer gegen Unbill eines Beamten. Daraus entwickelt sich ein Verbietungsrecht (Veto, ius intercedendi) gegen Senatsbeschlüsse und Befehle der Beamten; nur gegen das imperium militare, also gegen den Dictator und gegen die Konsuln außerhalb der Stadt gilt der tribunicische Einspruch nicht. Ferner haben sie das Recht, Widerstrebende zu verhaften (ius prensionis) und das Recht, mit der von ihnen vertretenen Gemeinde zu verhandeln (ius agendi cum plebe). Damit hängt die Einrichtung der comitia tributa zusammen: Versammlungen der Plebejer nach den Wohnbezirken (tribus). Man unterschied 4 tribus urbanae, 17 rusticae; bei wachsendem Gebiet wurde die Zahl bis auf 35 erhöht. Jede Tribus hat in den Komitien eine Stimme, innerhalb der Tribus wird nach Köpfen (virītim) gestimmt.

Als Gehilfen stehen den Tribunen 2 Volksädilen (aediles plebis) zur Seite; sie üben Polizeigerichtsbarkeit, namentlich über den Marktverkehr, und verwahren die schriftlich aufgezeichneten Volksbeschlüsse (plebiscīta) im Tempel der Ceres am Abhang des Aventin.

493.

Der Konsul Spurius Cassius erneuert das Bündnis zwischen Rom und den latinischen Städten auf Grund der Gleichberechtigung (foedus aequum). Erst allmählich gewinnt Rom die Hegemonie über die Latiner wieder. Fortwährende Fehden mit Etruskern, Sabinern, Äquern, Volskern.

Im Innern dauern die Kämpfe zwischen Patriziern und Plebejern fort; letztere streben auch nach politischer Gleichberechtigung. Einen Versuch zur Beseitigung des Tribunats macht der Patrizier