»Das schickt sich nicht!« hieß die Antwort der Widerstrebenden. Birsher ließ ihre Hand nicht los, und bat: »So lassen Sie mich wenigstens die erste Hand an Ihren Schmuck legen. Vergönnen Sie, daß ich Sie ersuche, heute mir zu Liebe diese Halskette, gleichsam zur Probe zu tragen. Erlauben Sie, daß ich selbst diesen schönen Nacken damit schmücken darf?«

»Ei, welche Zumuthung!« versetzte Justine, und wickelte sich schamhaft in die Enveloppe. Birsher drang noch mehr auf die Erfüllung seiner Bitte, und der gesetzte Mann bat diesmal so sanft, so dringend, so freundlich, daß es dem Mädchen vorkam, als müsse es dem liebenden Freunde nachgeben. Sittsam die Enveloppe um einen Zoll vom Kinn sinken lassend, neigte sie das Köpfchen, schloß erröthend die Augen, und lispelte: »Sie sind ein arger Schalk, werther Herr! indessen, damit Sie mir nicht böse werden.... meinetwegen!« —

Georg ergriff freudig die blitzende Kette. Die blinzelnde Justine sah mit Entzücken, wie seine Hand zitterte, da sie das Schloß öffnete: schon berührte das kalte Gold, der eisige Diamant ihren zarten Hals. Das Flortuch sank tiefer, und ein staunendes »Ha!« entfuhr Birshers Lippen.

»Was ist? Was haben Sie?«

»Sie tragen bereits einen Schmuck, dessen Stelle ich beneide!«

»Wie so?«

Birsher zeigte auf das schwarze Sammetband, das sich aus dem verhüllenden Tuche gestohlen. Justinens Wange wurde Purpur.

»Lassen Sie den Schatz sehen, der sich solchen Vorzugs freuen darf ...«

»Mein Gott! nein!«

»Warum denn nicht?«