»Wie so?«

»Herr van den Höcken wird schon alle meine Bemühungen zu Schanden machen. Diese weißen Vorhänge wird der Rauch seiner Pfeife schwärzen, all' diese Ordnung seine plumpe Hand zerstören. Ach, die Männer sind ja nur dazu vorhanden, der Weiber zierliche Schöpfung zu verunglimpfen.«

»Wie kommen Sie jetzt zu der Sentenz?«

»Das Medaillon an jenem Vorhang, den Ihr, Monsieur befestigt habt, bringt mich zu der Beschwerde. Es steht schief und baufällig. Schade dennoch um das arme Bild.«

»Warum befehlen Sie nicht?« fragte James lebhaft, sprang abermals auf den Tisch, und richtete das vergoldete Prunkstück nach der Regel auf. Justine verneigte sich steif. »Monsieur!« sagte sie, »ich bin mit Euch zufrieden. Wie kömmt's, daß Ihr jetzt lebendiger werdet?«

»Ich strebe nach Ihrer Zufriedenheit, Mademoiselle,« entgegnete James verbindlich. — »Das gefällt mir,« sprach Justine ernsthaft wie eine Königin. »Ihr möget aber wissen, daß ich nicht genügsam in meinen Forderungen bin.«

»Und doch würde ich eine jede erfüllen!« versicherte James nicht minder ernsthaft. »Jede?« fragte Justine noch ernsthafter: »Besinnt Euch, Monsieur. Ich lasse nicht mit mir scherzen.«

»Auch scherze ich nicht,« schloß James fest und bestimmt.

»So wolltet Ihr also auch, wenn ich es verlange, den einfältigen Lauscher über die Treppe werfen, der schon seit einer Minute den Kopf in die Thüre steckt, und nicht ahnt, daß ich im Spiegel seine Ohren sehe?«

James sah sich verwundert um, und gewahrte Nothhafts Kopf, ein albernes ertapptes Fuchsgesicht, aus dessen Munde stammelnd die Worte kamen: »Mit Permiß, hochgeehrte Jungfer! Ich suche nur Ihren Herrn Vater!«