Das Erstaunen des Jünglings stieg. »Ines, welche Rede?«

»Ich will Euer Weib sein, Jago, wenn Ihr mich leiden könnt! —«

»Ines! wo denkst du hin? Deine Eltern....«

»Eltern und Brüder willigen ein. Es ist eine Ehre für sie. Kommt mit uns, oder lasset mich mit Euch gehen.«

»Keines von Beiden, Ines! vergiß mich, und folge einem andern wackern Manne. Ich darf nicht annehmen, was mir deine Unschuld bietet.«

Ines weinte heftig. »Gesteht es nur!« sagte sie schluchzend, »die Sennora ist schöner, als ich. Bedenkt aber, Jago, daß sie eine Ketzerin ist.«

James lächelte wider Willen. Dieses Lächeln zerschnitt das Herz der Indianerin. Empört wollte sie fliehen; er hielt sie, gut machend, sanft zurück, sah ihr ehrlich in's Auge, und sprach: »Behalte mich lieb. Die Sennora wird nicht mein Weib. Ich muß ohne Gattin bleiben, wie Pater Luis und Xaver.«

Ines lächelte etwas zufriedener. »Nehmt mich auf Eure Pfarre, Vater Jago,« begann sie nun, »ich will fromm sein, und Euch bedienen, wie den guten ehrwürdigen Vater Luis; unverdrossen und freudig, wie man der heiligen Mutter dient.«

»Und du wolltest den ehrwürdigen Vater verlassen?« fragte James mit gelindem Vorwurf: »gerade jetzo, wo er deiner Hülfe am meisten bedarf? und die Eltern verlassen, die du kaum wieder gefunden? mir in die rauhen Berge folgen, wo vielleicht der Mangel meiner harrt? Besinne dich.«

Ines schlug die Augen nieder, wischte sich die blinkenden Tropfen von der Wange, verbiß den neu aufquellenden Schmerz, und antwortete: »ich danke Euch, Vater Jago. Ihr habt mich erinnert, daß ich meine Eltern und den Vater Luis zu pflegen habe. Ich will Euch gehorchen; ohne Murren. Die Mutter im Himmel wird mich ja beruhigen. Denkt meiner, betet für mich.«