»In unserm Gebiete nicht!« fuhr der junge Fernandez auf: »ich verbiete es Euch!«

»So werde ich umkehren müssen!« entgegnete Münzner entschlossen, und stand auf.

Vereira hielt ihn zurück.

»Wenn ich Euch nun gehen ließe?« sagte er mit scharfem Blicke. — »Versuchen Sie es. — Ohne Lebensmittel, ohne Begleitung, ohne Obdach? in Gottesnamen! wollt Ihr um Eures Orden Ehre willen in der Savanne verschmachten? in Gottesnamen! Euern Zögling halte ich zurück, wie Euern Freund. Ich stoße Euch allein, ganz allein, hinaus. Es sei: lebt wohl!«

James, der mit gespannten Blicken Vereira's Gesicht gehütet hatte, hielt den Pater auf, den Fernandez plötzlich freundlich umarmte.

»Ihr seid ein Mann!« sagte er: »Eure Gesellschaft ist zu beneiden, daß sie solche standhafte Glieder zählt. Kommt getrost mit mir; ich will meinen Oheim schon stimmen, daß er über dem Mann den Rock vergesse. Wäre ich ein legitimer, nicht ein wilder Prinz, ich würde Euch, allem Vorurtheil zum Trotz, zu meinem Beichtvater und Hofkaplan erheben. Ich liebe die entschlossenen Menschen sehr, und Eure erste Handlung müßte sein, mich mit jener wunderhübschen Deutschen zu trauen; denn wahrlich: sie gefällt mir wohl, und verdiente Besseres, als nur die Königin dieser Wildnisse zu sein.«

Der eifersüchtige Blick James folgte dem glühenden, den Fernandez nach Justine sandte, die, ein lebendes Bild der Pietät, unfern saß, den Vater pflegend, wartend, erheiternd. Eine trübe Ahnung schlich durch des jungen Engländers Gehirn, und es sank ihm ein Centnerstein von der Brust, als Fernandez sich erhob, und sein Maulthier bestieg, um vorauszureiten. — Er empfahl den Uebrigen, sich zu ordnen, und bald nachzukommen. Darauf verlor er sich, nur von seinen Hunden und einigen Schützen, die seitwärts durch die Büsche strichen, begleitet, in den Wald, der nach dem Thale hinunterführte.

Er war, in Gedanken vertieft, nicht allzuweit bergab geritten, als in dem Gebüsche seine Hunde anschlugen, und ein Jäger seinen Gefährten pfiff. Zugleich raschelte es in dem Gestrüpp des Abhangs, wie das Geräusch eines Laufenden, und in der That riß sich auch ein Mann mit der größten Gewalt durch Busch und Hecken; kraftlos an einem Steine niedersinkend, als er den Reiter vor sich erblickte. Fernandez stutzte nicht wenig ob der fremden Erscheinung, und sprang vom Sattel, den Säbel in der Faust, denn der Niedergesunkene trug Portugiesische Uniform.

»Ha! Elender! was machst du hier?« — rief er ihm rauh entgegen, und schwang die Klinge.