»Danke gar sehr, lieber Herr!« spöttelte Justine. — Die Mutter nickte ihr den völligsten Beifall zu. Der Vater ließ sich vertraulich neben dem Holländer nieder, und sagte, als die Frauen sich wieder alle um die Theekanne und Butterschnitten drängten, so süß als möglich: »Ew. Edeln haben eine unvergleichliche Gabe, zu scherzen. Ein Anderer hätte glauben können, Sie hätten in der That ein Auge auf unser Kind.«

»Das habe ich auch,« bekräftigte van den Höcken. »Ich bin der schnippischen Jungfer seelengut, und möchte sie für mein Leben gern in meinem Bauerchen haben.« —

»Ha!« versetzte der Senator, vor dessen Seele allerlei Hoffnungen und Plane wieder aufdämmerten: »Wir waren ja bisher, ohne uns zu kennen, so gute Freunde, achtbarer Herr ...«

Er stockte, ein Auge sah verlegen auf den zitternden Busenstreif, das Andere auf den Holländer, der, seine Pfeife kaltblütig anbrennend, langsam zu ihm sagte: »Nun? und weiter? Drücken Ew. Edeln ab! Nun?«

»Ich meinte nur,« fuhr der Senator, seine Schmiegsamkeit mit ungeduldiger Ruhe behauptend, fort, — »daß ich Ihnen nicht leicht ein Ansuchen fehl gehen lassen möchte, wenn dessen Erfüllung in meiner Macht stände.«

»Versteh ich Sie?« fragte van den Höcken heimlicher: »Vielleicht auch nicht das Ansuchen um die Jungfer Tochter?« —

»Ihr Scharfsinn, werther Herr, ...« begann der Senator. —

»Bitte! keine Complimente!« fiel der Holländer ein. »Der Birsher steht aber im Wege. Wie könnte man den wegschaffen?«

»I nun,« flüsterte Müssinger, »man müßte sehen, wie sich etwa die Gelegenheit darböte ...«

»Ein ehrliches Mannswort zu brechen?« sagte van den Höcken ernst, und mit Vorwurf: »ein kaufmännisches Versprechen ist heilig wie ein Eid. Es muß gehalten werden, wenn auch eine Gelegenheit sich darböte ... lieber Mann, und ein noch zehnmal reicherer Freier als van den Höcken von Amsterdam, der Ihnen nur um der lieblichen Tochter willen den niedrigen Charakterzug vergibt —«