»Irrsinnige gibt's überall!«

»Und die Priuli haben kein Glück, in gar nichts haben sie mehr Glück!« setzte die alte Gräfin ihren unweigerlichen Kehrreim in das Gespräch. Es gab aber niemand auf sie acht, weil die beiden andern doch zu sehr mit dem Vorfall in der Galerie beschäftigt waren.

Elisabeth sagte zögernd:

»Ich scheue mich fast, es auszusprechen, aber –«

»Aber?«

»Sag', Ettore, bist Du von der absoluten Ehrlichkeit des Dieners ganz fest überzeugt?«

»Mein Gott, wie kann ich von der Ehrlichkeit eines andern Menschen, noch dazu eines Lakaien, jemals fest überzeugt sein? Ich glaube wohl, daß Filippo eine ehrliche Haut ist, aber beschwören könnt' ich's nicht … Nur hat diese Geschichte mit Ehrlichkeit oder Unehrlichkeit nichts zu tun. Es handelt sich hier doch offenbar nur um einen Narren, um einen bösartigen Narren! Wir müssen nun unser möglichstes tun, um ihn zu entdecken und dem Gericht zu überliefern, und vor allem müssen wir trachten, daß so etwas nicht wieder vorkommen kann!«

»Wie will man das machen? Man müßte einfach für jeden Saal einen besonderen Diener haben, der die Besucher nicht aus dem Auge läßt. Das käme aber doch sehr teuer!«

»Immerhin noch billiger, als wenn man uns mehr Bilder ruiniert!«

»Ja, das ist wohl wahr, aber es ist doch auch ein Risiko, immer noch mehr fremde Leute ins Haus zu nehmen.«