»Weißt Du, sobald wir in Venedig ein wenig eingerichtet sind und gutes Wetter kommt, mußt Du mir Deinen Landbesitz zeigen. Unser allererster Ausflug soll die Fahrt dahin sein.«

Ettore sagte: »Ja, ja!« Und fragte, um dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, ob Elisabeth sich denn nicht auf all die Gesellschaften und Feste freue, die sie in Venedig erwarteten.

»Gewiß freu' ich mich, denn das wird jedenfalls etwas ganz anderes sein als die Garnisonbälle oder die Künstlerfeste bei mir daheim! Aber weißt Du, auf was ich mich am meisten freue?«

Ettore dachte:

»Ich wette, jetzt kommt wieder ›auf das Landleben mit Dir‹!«

Er sagte aber nichts, sondern sah seine Frau nur mit gespanntem Lächeln an.

»Auf die ›Dogaressa‹ freu' ich mich am meisten. Ich werde sie jeden Tag besuchen, und sobald wir ein wenig in Ordnung sind, will ich eine Kopie davon machen, für Papa zu Weihnachten. Ich habe das Gefühl, als hätt' ich, seit ich in Italien bin, eine Menge gelernt, nur vom Schauen und von all der Schönheit, die Tag für Tag um einen her ist …«

Er neckte sie ein wenig ob ihrer Streberei und meinte im stillen, daß sie in Venedig wohl an ganz andere Dinge zu denken habe als ihre Malerei. Er ließ aber nichts davon vernehmen, denn er wußte nun schon, daß sie immerfort allerlei Gründlichkeiten wollte, die ihm überflüssig vorkamen, und außerdem hielt er die Schwärmerei um ein altes Bild herum für ein harmloses und drolliges Ding.

Eines Tages, da er ganz allgemein von seiner Mutter und seiner Schwester sprach, fragte Elisabeth: